Wirtschaft : Aventis: Der Chemie- und Pharmakonzern trennt sich von Crop-Science

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Der französische Chemie- und Pharmakonzern Aventis will sich von seinem Pflanzenschutz- und Biotechnologie-Sparte trennen und sich künftig stärker auf das Pharmageschäft konzentrieren. Das gab der Konzern, der aus der Fusion von Hoechst und Rhône-Poulenc hervorgegangen ist, am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung in Straßburg bekannt. Die Verkauf kann nur mit Zustimmung des Berliner Pharmaunternehmens Schering erfolgen, das mit 24 Prozent an der Pflanzenschutzsparte Aventis Crop-Science beteiligt ist. Den Wert des Schering-Anteils bezifferten Analysten mit 2,4 Milliarden Euro.

Der Aventis-Vorstand prüfe zudem die Möglichkeit, Aventis Crop-Science unter dem Namen "Agreva" an die Börse zu bringen, hieß es weiter. Bis Ende 2001 will sich der Konzern von der als eigenständige Gesellschaft geführten Pflanzenschutzsparte getrennt haben. Erwartet werde, dass die Gespräche mit Schering innerhalb kurzer Zeit erfolgreich abgeschlossen werden.

Mit dem Verkauf von Aventis Crop-Science will Aventis nach eigenen Angaben eine "größere strategische Flexibilität, höhere Transparenz und eine verstärkte Ausrichtung auf die jeweiligen Erfolgsfaktoren der Geschäfte" erreichen.

Schering bestätigte am Mittwoch, dass Gespräche über die weitere Vorgehensweise und weitere Optionen aufgenommen werden. "Wir haben bis 2004 ein Vorkaufsrecht", sagte Unternehmenssprecher Friedrich von Heyl. Zu möglichen Optionen wollte er sich nicht äußern. Er sagte nur, dass das Geschäft von Aventis Crop-Science nicht in das Kerngeschäft von Schering falle. Ein Börsengang sei zum jetzigen Zeitpunkt denkbar ungünstig, sagte von Heyl. "Wir sind an einer Wertsteigerung interessiert."

Analysten zeigten sich von der Ankündigung des Aventis-Konerns nicht überrascht, schätzten die Auswirkungen für Schering aber als gering ein. "Ich gehe nicht davon aus, dass Schering seinen Anteil an Aventis Crop-Science aufstocken wird", sagte DG-Bank-Analyst Peter Spengler. Allerdings sei ein Verkauf der Beteiligung bis Ende 2001 wahrscheinlich.

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