Wirtschaft : Aventis: Dormann nähert sich dem Ziel

Maren Peters

Mit dem Verkauf des Gase-Herstellers Messer Griesheim ist Aventis-Chef Jürgen Dormann seinem Ziel einen großen Schritt näher gerückt, Aventis zum reinen Pharmakonzern zu machen. Jetzt muss er nur noch eine einzige Chemiebeteiligung und das Pflanzenschutzgeschäft loswerden und kann sich dann mit ganzer Kraft auf die Pillen stürzen. Dabei hatte das Management noch vor wenigen Monaten einen völlig anderen Kurs eingeschlagen: Life-Science hieß das Zauberwort, Mensch, Tier und Pflanze sollten die Geschäftsfelder von Aventis sein, das erst Ende 1999 aus der Fusion von Hoechst und Rhône-Poulenc hervorgegangen war. Doch damit ist jetzt Schluss, statt Life-Science ist nun Pharma pur angesagt. Die goldene Nadel für unternehmerische Weitsicht wird Dormann damit nicht gewinnen. Aber mit Blick auf die Finanzmärkte war die Entscheidung richtig, und etwas anderes hat Dormann ohnehin nie interessiert. Der Manager des Jahres 1995 hat eingesehen, dass die erhofften Synergien zwischen Pharma und Agrarchemie ausgeblieben sind - und hat die Konsequenzen gezogen. Schnell und ohne Emotionen. Freilich auch unter dem Druck der Analysten, denen das zyklische Agro-Geschäft noch nie in den Kram gepasst hat. Einen noch größeren Gefallen könnte Dormann ihnen tun, wenn er jetzt auch noch seine Finanzdaten in Ordnung bringt. Bei der Verschuldung, dem Gewinn je Aktie oder dem Umsatz je Beschäftigtem stehen andere noch immer besser da als der fusionierte Konzern. Dormann hat zwar viel erreicht. Bis zum Ziel muss er aber noch einige Hürden nehmen.

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