Wirtschaft : Aventis-Entscheidung fällt am 11.Mai

FRANKFURT (MAIN) (Tsp/rtr).Die Entscheidung über die Fusion der Hoechst AG und der französischen Rhône-Poulenc zum Pharma- und Biochemiegiganten Aventis soll nach Angaben der Unternehmen nun "endgültig" am 11.Mai fallen.Wie Hoechst am Mittwoch mitteilte, habe der Aufsichtsrat in der Sitzung am Dienstag abend zwar Zustimmung signalisiert, die Entscheidung "über die wesentlichen Grundsätze" der Fusion und der zugleich geplanten Abspaltung der Celanese aber auf nächste Woche verschoben."Der Aufsichtsrat unterstützt die Projekte", so die knappe Mitteilung.Gleichzeitig verlautete aus Paris, die neuen Konditionen und der Zeitplan der Fusion sollten in den ersten beiden Mai-Wochen bekanntgegeben werden.

Der Hoechst-Vorstand hatte dem Aufsichtsrat am Dienstag nach der Hauptversammlung die Pläne für eine beschleunigte Fusion noch im laufenden Jahr sowie für die Abspaltung des Industriechemiegeschäfts von Celanese und Ticona in die Celanese AG vorgestellt.Vorstandschef Jürgen Dormann hatte auf der Hauptversammlung erklärt, er gehe davon aus, die Fusion noch 1999 abschließen zu können.In der zweiten Juni-Hälfte oder Anfang Juli solle eine außerordentliche Hauptversammlung über die Schritte beschließen.Hoechst hatte Mitte März nach Gesprächen mit den Großaktionären seine Fusionspläne geändert und statt einem Zusammengehen in zwei Schritten eine Fusion in einem Schritt noch 1999 angekündigt.

Unterdessen kündigte die Messer Cutting & Welding AG, die über die Messer-Gruppe zum Hoechst-Konzern gehört, Pläne für eine Trennung von der Muttergesellschaft Messer Griesheim GmbH an.Dazu denke man an einen Börsengang, eine Fusion oder eine Abspaltung als eigenständige Gesellschaft, erklärte Vorstandschef George Dorkhom am Mittwoch.Der Hoechst-Konzern will bei der Trennung von den Industriechemie-Aktivitäten auch seine Zwei-Drittel-Beteiligung an der Messer-Gruppe verkaufen.Zu den Interessenten zählt neben der Linde AG auch die französische Air Liquide.

Die Privatbank Merck Finck & Co stufte die Aktien von Hoechst am Mittwoch auf "underperformer" herunter.Die Umsatz- und Ertragsentwicklung im ersten Quartal mache eine deutliche Revision der Gewinnschätzung nötig, so das Urteil der Analysten.Sie senkten ihre Gewinnschätzung je Aktie auf 1,15 Euro von 1,84 Euro für 1999 und auf 1,19 Euro von 2,12 Euro für 2000.Der Aufsichtsrat unterstütze zwar die Beschleunigung der Fusion mit Rhône-Poulenc, viele Details blieben aber unklar.

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