Wirtschaft : Aventis: Wacker Chemie verkauft

pet

Der deutsch-französische Konzern Aventis trennt sich von seiner Beteiligung an der Wacker-Chemie. Die Aventis-Zwischenholding Hoechst AG werde ihren 50-prozentigen Anteil in zwei Stufen an die Dr. Alexander Wacker Familien GmbH abgeben, teilte der Konzern am Montag in Straßburg mit. Aventis hatte bereits zuvor angekündigt, sich von ihren verbliebenen Beteiligungen der Hoechst AG in der industriellen Chemie, darunter auch der Wacker-Beteiligung, trennen zu wollen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Familie Wacker, die ebenfalls 50 Prozent an dem Chemieunternehmen hält, wird den Angaben zufolge ab Januar 2001 die Stimmenmehrheit und die Kontrolle im Wege einer Kapitalerhöhung erhalten. Die Übernahme des von Hoechst gehaltenen Anteils soll in den ersten Monaten 2002 erfolgen. Wacker-Chemie beschäftigt weltweit 17 000 Menschen und wird in diesem Jahr voraussichtlich einen Umsatz von 5,9 Milliarden Mark (rund drei Milliarden Euro) erzielen, teilte Aventis mit. Das Unternehmen produziert Polymere und Spezialchemikalien sowie Reinstsilicium für die Halbleiterindustrie.

Durch die Bildung des Life-Science-Konzerns Aventis waren Ende 1999 rund 96,75 Prozent der Hoechst-Aktien in Rhône-Poulenc-Aktien getauscht worden. Dadurch wurde Hoechst zu einem Teilkonzern der Aventis. Die Hoechst AG fungiert seitdem als Zwischenholding.

Erst in der vergangenen Woche hatte Aventis angekündigt, sich künftig auf das profitable Pharmageschäft zu konzentrieren und die Pflanzenschutzsparte Aventis Crop-Science bis Ende kommenden Jahres abgeben zu wollen. Dabei wird auch über einen Börsengang von Aventis Crop-Science nachgedacht, an der die Berliner Schering AG mit 24 Prozent beteiligt ist und bis 2004 ein Vorkaufsrecht hat.

0 Kommentare

Neuester Kommentar