Wirtschaft : Axel Smend

MARTINA OHM

Berlin als HobbyVON MARTINA OHM

Seiner stillen Zuneigung zu Berlin muß es zuzuschreiben sein, daß sein Schreibtisch nun tatsächlich seit November in der Hauptstadt steht.Axel Smend, promovierter Jurist, Generalbevollmächtigter der Frankfurter DG Bank, betreut als einer von drei Direktoren in der Berliner Niederlassung seit Anfang November das Firmenkundengeschäft für Berlin und die neuen Länder.Der 53jährige Banker kommt aus Niedersachsen und hat hier auch einen Großteil seines Arbeitslebens verbracht.Im übrigen stammt der betont ruhig wirkende Mann aus einem Theologen- und Juristenhaushalt, bezeichnet sich als politisch interessiert, bekennenden Wechselwähler und Fan von Roman Herzog. Ursprünglich wollte Smend Jurist werden.Der gebürtige Lüneburger studierte Rechtswissenschaften in Göttingen und Würzburg.Als Stipendiat belegte er an der Uni in Lausanne "sozusagen zwischendurch" auch Philosophie und Geschichte.Das war zwar nur eine kurze Episode.Doch bis heute erinnert sich Smend mit viel Sympathie an Lausanne.Daß er sich nach Abschluß des Studiums noch für eine Bankausbildung in München entschied, erklärt er heute mit dem starken Bedürfnis nach zusätzlichem wirtschaftlichem Fachwissen.Der Trainee-Zeit bei der Commerzbank folgte die "normale Karriere", erst als Direktor in Bad Harzburg, dann Delmenhorst, später als Mitglied der Geschäftsleitung in Hannover und Hamburg.Unterbrochen wurden diese Stationen durch einen besonderen Aufenthalt.Zwischen 1979 und 1983 arbeitete Smend in der Geschäftsleitung der Commerzbank in Tokio - und nebenbei für die deutsch-japanische Handelskammer.Eine prägende Zeit, eine Zeit, die ihn auch ein Stück weit gelassener gemacht hat, bilanziert er.Mit großem Einfühlungsvermögen beurteilt Smend denn auch die aktuellen, einschneidenden Ereignisse in Japan: Der Beginn eines Bruches, ist er sicher, ist sichtbar geworden.Die Japan AG erlebt durch die aktuelle Banken- und Börsenkrise einen beispiellosen Gesichtsverlust. Mit Japan hat er heute freilich weniger zu tun, obwohl er zurück in Deutschland ganz gezielt die Kontakte zu japanischen Geschäftsleuten pflegte.Zehn Jahr hielt Smend nach seiner Rückkehr aus Tokio der Commerzbank noch die Treue, dann wechselte er zum Jahreswechsel 1994/95 als Generalbevollmächtigter zur DG Bank nach Frankfurt (Main).Dort war er bundesweit verantwortlich für das Großkundengeschäft, in Berlin gehören dazu Unternehmen wie die Bahn, die Bewag, Herlitz, Schering oder Veag.Jetzt tritt er die Nachfolge von Gert Schemmann an, der zur Grundkreditbank ging. Auf die Stadt, seine Aufgabe und die Lokalitäten freut er sich uneingeschränkt.Nach den ersten einschlägigen Erfahrungen mit den Berliner Taxifahrern zeigt er sich gar hellauf vom besonderen Berliner Mix begeistert: nicht so steril und dafür gerade heraus.Berlin, das steht für ihn fest, wird sein schönstes Hobby werden.Zur Zeit sucht er mit seiner Familie, seinen drei Söhnen und seiner Tochter ein geeignetes Domizil im Berliner Hobbyland.

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