Wirtschaft : Baan: Gründer geraten in Kritik - Firmen-Anteile unangemeldet verkauft

Niederländische Aktionärsvertreter werfen den Gründern des angeschlagenen Software-Unternehmens Baan vor, einen Großteil ihrer Beteiligungen unangemeldet verkauft zu haben. Sie forderten die niederländische Börsenaufsicht am Freitag auf, die jetzt bekannt gewordenen weit reichenden Aktienverkäufe von Jan und Paul Baan aus dem vergangenen Jahr zu untersuchen. Der Baan-Betriebsrat befürwortete unterdessen einen Verkauf des Unternehmens an den britischen Technologie-Konzern Invensys für umgerechnet 1,5 Milliarden Mark. Ein Sprecher der Vereinigung der Effektenbesitzer (VEB) in Amsterdam sagte, es müsse festgestellt werden, warum die Baan-Brüder ihre Beteiligungen an dem in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Unternehmen über die Vanenburg-Gruppe verkauft und dies nicht gemeldet hätten. Der Aktienkurs von Baan sei unmittelbar, nachdem die Baan-Gründer ihre Anteile verkauft hätten, in Amsterdam deutlich gesunken. Bei dem Verkauf war nach Angaben der Gruppe die meldepflichtige Grenze bei Käufen und Verkäufen von zehn Prozent der Anteile überschritten worden. Am Freitagvormittag lag der Kurs der Baan-Aktie bei 2,84 Euro, einen Cent unter dem des Vortages. Noch Anfang 1998 galt Baan als der Hauptkonkurrent des Walldorfer Softwareherstellers SAP. Dann machte das Unternehmen erhebliche Verluste und geriet nach Veränderungen an der Spitze in eine Krise, die zum Verkauf von Beteiligungen und dem Verlust von Stellen führte. Der Aktienkurs fiel von 48,92 Euro bis auf 1,26 Euro, erholte sich zuletzt aber wieder etwas.

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