Wirtschaft : Baden gehen für Anfänger

Wie Kinder und Erwachsene lernen, sich über Wasser zu halten

Uli Oberndorfer

Die Stilfrage ist entscheidend für den richtigen Auftritt im Schwimmbad. Kraulen oder Brust, Schmetterling, Kopfsprung oder Bombe – dazu muss man schwimmen können. Am besten lernt man das als Kind, sagen Schwimm-Experten. Als Kind, und nicht als Baby: „Die Kinder für einen richtigen Schwimmkurs müssen schon drei bis vier Jahre alt sein. Vorher ist Schwimmen lernen kaum möglich“, sagt Olav Spahl, Jugendbildungsreferent des Deutschen Schwimmverbandes (DSV).

Beim Babyschwimmen dürfen zwar schon die Jüngsten ins Wasser. „Ab einem Alter von drei Monaten ist das auch sinnvoll“, meinen die Profi-Schwimmlehrer. Schwimmen lernen die Kinder zwar nicht dabei, aber die Sache mache ihnen Spaß – und sie machten später schnellere Fortschritte, wenn sie die Sache mit System angehen.

Auf einen Schwimmkurs für die Kinder sollten Eltern aber auf keinen Fall verzichten, meint Spahl. „Eltern geben oft nur das weiter, was sie selbst vor Jahren gelernt haben. Das ist aber nicht immer richtig.“ Und nicht nur für künftige Leistungsschwimmer ist entscheidend, dass sie sich beim Schwimmen richtig bewegen. Auch für die kurze Pause im Becken ist der richtige Auftritt entscheidend.

Bei den Kursen gibt es einiges zu beachten. „Neben der Qualifikation des Leiters ist vor allem wichtig, sich nur in kleinen Gruppen mit höchstens acht Teilnehmern anzumelden“, sagt Spahl. Und: Die Eltern sollten sich vorher mal umgucken, wie es in der Schwimmhalle nach dem Kurs aussieht: „Wenn zu viele Hilfsgeräte herumliegen, dann hat oft nur eine Materialschlacht statt gefunden. Statt dessen sollten die Kinder und ihre Erfolgserlebnisse im Mittelpunkt stehen.“ Ein Schwimmkurs mit etwa 20 Terminen kostet in Berlin zwischen 215 und 225 Euro. Wer es schon in zehn Terminen lernt, zahlt ungefähr die Hälfte.

Lohnen dürfte sich die Investition in jedem Fall. Denn Schwimmen-Können ist im Sommer nicht nur praktisch, sondern es trägt auch zur positiven Entwicklung der Personlichkeit bei. Da sind sich die Schwimmlehrer ganz sicher. „Gerade in großen Städten machen Kinder zu wenig Sport. Die Folge sind Übergewichtigkeit und das so genannte Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom“, erklärt Spahl. Schwimmen bleibt zwar schwimmen – rund ums Wasser gibt es aber dennoch neue Trends, die auch die Schwimmvereine langsam in ihren Programmen mit berücksichtigen. „Neben Wettkampfschwimmen bieten sie auch Breitensport und Trendsportarten wie Aquafitness und Aquajogging an. Das ist nicht nur für die Gesundheit gut, sondern auch für die sozialen Kontakte“, sagt Spahl.

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