Wirtschaft : Bäcker plant bis 2004 Umsatz von bis zu neun Milliarden Mark

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Kamps setzt seine "aggressive Wachstumsstrategie" fort. Das sagte der Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Back-Konzerns, Heiner Kamps, am Mittwoch bei der Vorlage der Jahresbilanz. Bis spätestens 2004 peile das Unternehmen ein Umsatzvolumen von sieben bis neun Milliarden Mark an, sagte Kamps. Intern solle der Konzern um fünf bis acht Prozent wachsen, darüber hinaus seien weitere Akquisitionen vorgesehen. Bereits in diesem Jahr plant der Konzern offenbar Zukäufe: Der Jahresumsatz, der für 1999 rund 820 (Vorjahr 438) Millionen Mark betrug, soll bereits für 2000 auf 3,5 bis vier Milliarden Mark steigen. Mit den jüngsten Akquisitionen, der deutschen "Wendeln"-Gruppe und der niederländischen "Quality Bakers", liegt Kamps aber erst bei einem Umsatz von rund 3,2 Milliarden Mark. Daher dürfte die nächste Übernahme noch in diesem Jahr stattfinden. Der Konzern führt nach Worten von Kamps noch Verhandlungen mit potentiellen Kandidaten. Dem Tagesspiegel sagte Kamps, "am liebsten würde er als nächstes in Frankreich einsteigen". Danach in folgender Reihenfolge: "Spanien, Österreich, Dänemark, Schweden und eventuell Großbritannien." Für das Geschäft mit den SB-Backwaren seien zudem Tschechien, Polen und Ungarn interessant.

Nach Aussage von Kamps-Finanzvorstand Hiltrud Seggewiß haben sich die hohen Wachstumsraten im Geschäftsjahr 1999 ausgezahlt. Für das Jahr nannte Seggewiß zwar einen Konzern-Überschuss von minus 29,3 Millionen Mark (Vorjahr: plus 7,1). Der Grund für den Verlust seien außerordentliche Aufwendungen für zwei Kapitalerhöhungen in Höhe von über 64 Millionen Mark gewesen. Hingegen sei das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 48,7 Millionen Mark gestiegen (Vorjahr: 20,6 Millionen Mark). Es soll nach den Worten von Heiner Kamps "kontiunierlich steigen". Für Ende dieses Jahres peilt er bereits das Fünffache davon an.

Der Düsseldorfer Konzern will seine jährlich 300 Millionen Kundenkontakte in 1217 deutschen und in 723 niederländischen Back-Shops stärker nutzen. Kamps sagte, er könne sich vorstellen, Toaster mit dem Markennamen Kamps zu verkaufen oder über seine Bäckereien CDs für den freien Zugang im Internet zu vertreiben. Auch in Holland will der größte Bäcker Europas weiter wachsen. Der Konzern will den Umsatz in diesem Jahr von 600 Millionen Mark auf eine Milliarde steigern. Getreu dem Konzept seiner niederländischen Tochter "Bakerstreet" plant Kamps auch in Deutschland, sein Backwerk an Tankstellen, Bahnhöfen und Flughäfen zu vertreiben.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr kündigte Kamps eine Dividende von 0,10 Euro (knapp 0,20 Mark) an, nach 0,50 Mark im Jahr 1998. Die jungen Aktien würden allerdings noch nicht bedient, hieß es. Entscheidend für den weiteren Erfolg des Unternehmens ist, dass das Management bei dem rasanten Wachstum von Kamps mithalten kann. Deshalb will Kamps für die Ausbildung von Führungskräften im Unternehmen im laufenden Jahr rund zehn Millionen Mark investieren.

Die Kamps-Aktie legte am Mittwoch zur Kasse um 2,25 Euro auf 88 Euro zu. Die Bankgesellschaft Berlin bekräftigte am Mittwoch ihre Empfehlung, das Papier zu verkaufen.

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