Wirtschaft : Bahn-Beschäftigte wollen bis Freitag nicht mehr streiken Gewerkschaften und Konzern nähern sich an

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Berlin (brö). In den Tarifstreit zwischen den Gewerkschaften und der Deutschen Bahn ist Bewegung gekommen. Die Arbeitgeber legten bei der vierten Verhandlungsrunde am Freitag in Berlin ein verbessertes Angebot vor. Die Runde wurde aber dennoch nach zwei Stunden vertagt. Bis zum kommenden Freitag wollen beide Seiten nun darüber beraten, sagten die Chefs der Gewerkschaften Transnet und GDBA, Norbert Hansen und KlausDieter Hommel. Erneute Warnstreiks seien in der kommenden Woche nicht zu befürchten, denn nun herrsche „Waffenstillstand“. Allerdings wollen die Gewerkschaften am Freitag in Berlin eine Demonstration mit 30 000 Teilnehmern veranstalten.

Zwar könne man nach dem vorgelegten Bahn-Angebot nicht von einem „Durchbruch“ reden. Jedoch könne man weiter verhandeln und müsse nicht die Schlichtung des Streits einleiten. Die Bahn hatte einen Inflationsausgleich von 1,3 Prozent angeboten, der als Einmalzahlung von 400 Euro gewährt werden soll. Bis 2006 soll es weitere Anhebungen geben.

In der fünften Runde müsse es zu einem „verhandlungsfähigen Angebot“ kommen. Es gebe Signale der Bahn zu der geforderten sofortigen Angleichung der Ost-Einkommen an das West-Niveau. Diese solle stufenweise erfolgen, nachdem zunächst nur von einmaliger dreiprozentiger Anhebung gegen entsprechende Arbeitszeitverkürzung die Rede gewesen sei. Derzeit erhalten die Bahn-Beschäftigten in den neuen Ländern 90 Prozent des West-Niveaus. Auch sei eine Summe für die Bonuszahlungen genannt worden, die die Bahn-Mitarbeiter bei einem positiven Betriebsergebnis im Jahr 2004 bekommen sollen. So könnten 2005 im Schnitt 200 Euro für ein erfolgreiches Jahr 2004 gezahlt werden. Die im Konflikt getrennt agierende Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hatte dagegen am Donnerstag die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt.

Unterdessen hat sich die Bahn mit mehreren Banken auf den Verkauf von Grundstücken für 2,26 Milliarden Euro geeinigt, wie die Agentur Reuters berichtet. Die Verhandlungen hatten mehr als ein Jahr gedauert.

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