• Bahn beschwert sich bei EU-Kommission über Billigflieger Staatskonzern plant angeblich Kauf des Logistik-Konzerns Stinnes AG

Wirtschaft : Bahn beschwert sich bei EU-Kommission über Billigflieger Staatskonzern plant angeblich Kauf des Logistik-Konzerns Stinnes AG

NAME

Berlin(brö). Die Deutsche Bahn AG will sich bei der EU-Kommission über die Benachteiligung gegenüber Fluggesellschaften beschweren. Ein entsprechender Brief sei in Vorbereitung, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn am Donnerstag in Berlin. Das Staatsunternehmen bemängelt, dass Billigflieger weder Öko- noch Mineralölsteuer zahlen müssten und ihnen dies Preisvorteile im Vergleich zum ICE verschaffe. Unterdessen wurde bekannt, dass die Deutsche Bahn den Logistik-Konzern Stinnes übernehmen will.

„Wir fühlen uns schlecht behandelt“, sagte Mehdorn. Die Bahn müsse Energiesteuern zahlen, die Fluggesellschaften indes nicht. Die Beschwerde gelte nur für innerdeutsche Bahnstrecken. Hier werben die Fluglinien derzeit mit Preisen von 20 Euro pro Strecke plus Steuern und Gebühren.

Die Bahn steht jedoch selbst in der Kritik, keinen fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Der private Bahnbetreiber Connex, eine Tochter des französischen Mischkonzerns Vivendi, zog das Angebot zurück, auf der Rheinstrecke zwischen Düsseldorf und Heidelberg einen Fernzug fahren zu lassen. Der Grund dafür sei ein zu schlechtes Streckenangebot von der DB Netz AG, jener Bahn-Sparte, die die Schienentrassen vermarktet, erklärte Connex. Connex betreibt bereits die ehemalige Interregio-Linie Gera-Rostock. Auf der Rhein-Strecke werden Kapazitäten frei, weil die Bahn im August ihre neue Hochgeschwindigkeitsstrecke in Betrieb nimmt. Connex zog das Ansinnen aber zurück, weil die Bahn ihr nur Bummelzüge genehmigen wolle. DB Netz schlage eine Verbindung mit Fahrtzeiten bis zu sechs Stunden vor, obwohl die DB-Züge dafür nur dreieinhalb Stunden benötigen, erklärte das Unternehmen.

Der Wettbewerbsbeauftragte der Bahn, Alexander Hedderich, erklärte dagegen, man habe die Spielregeln eingehalten. Laut Hedderich hat im „Regelfahrplan“ derjenige Vorrang, der dichtere Taktzeiten bestelle. Man werde weiter mit Connex verhandeln.

Bahn will Stinnes übernehmen

Unterdessen plant die Deutsche Bahn offenbar, den Logistik-Konzern Stinnes zu übernehmen. Dies berichtet die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ in ihrer Donnerstag-Ausgabe. Eine Grundsatzentscheidung darüber sei gefallen, schreibt die WAZ, die Verträge sollten in den kommenden Tagen unterzeichnet werden. Bei der Bahn, bei Stinnes und beim Mutterkonzern Eon hieß es „kein Kommentar“. Ein Eon-Sprecher bestätigte aber, dass sich der Energiekonzern von Stinnes trennen wolle. Eon besitzt 65,4 Prozent der Anteile, der Rest ist im Streubesitz. Bei einem Zusammengehen der Bahn mit Stinnes würde ein Unternehmen mit 250 000 Mitarbeitern und 28 Milliarden Euro Umsatz entstehen. Mit der Tochterfirma Schenker ist Stinnes eines der führenden Unternehmen der Branche in Europa.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben