Wirtschaft : Bahn-Chaos: Vorstand hat nicht fahrlässig gehandelt Konzern verfehlt im ersten Quartal eigene Ziele

Berlin - Nach dem Hitze-Chaos bei der Bahn im vergangenen Sommer sehen die Ermittler keine Schuld beim Bahnvorstand. Der Anfangsverdacht auf fahrlässige Körperverletzung habe sich nicht konkretisiert, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Dienstag gegenüber dem Tagesspiegel. Die Klimaanlagen seien ordnungsgemäß zugelassen gewesen.

Steltner hob jedoch hervor, dass die Anklagebehörde weiter ermittle. Im Zentrum stehe nun das Personal betroffener Züge mit Ziel oder Abfahrtsort Berlin. Die Mitarbeiter hätten möglicherweise nicht angemessen auf die Hitzeprobleme reagiert.

Anfang Juli 2010 waren bei hochsommerlichen Temperaturen innerhalb weniger Tage Klimaanlagen in gut 50 Fernzügen ausgefallen – teils komplett, teils in einzelnen Wagen. In einem dramatischen Fall musste ein ICE in Bielefeld gestoppt werden, nachdem mehrere Schüler in den stark aufgeheizten Waggons kollabiert waren.

Parallel wurde am Dienstag bekannt, dass die Deutsche Bahn, trotz des anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs in den ersten Monaten des Jahres, ihre eigenen Ziele verfehlt hat. Sowohl Umsatz als auch Gewinn lagen im ersten Quartal unter den eigenen Vorgaben, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus dem Umfeld der Bahn-Finanzabteilung erfuhr. Die Strafzahlungen bei der S-Bahn-Berlin sowie ein besonders im Februar schwacher Fernverkehr bremsten das Unternehmen aus. Dennoch lag der Umsatz im ersten Quartal bei 9,3 Milliarden Euro und damit mehr als zehn Prozent über dem Vorjahr. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar