Wirtschaft : Bahn-Chef droht Kritikern mit Klage Streit um neues Preissystem

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Berlin (Tsp). Die Deutsche Bahn hat juristische Schritte gegen den Vorsitzenden des Fahrgastverbandes Pro Bahn, KarlPeter Naumann, wegen kritischer Äußerungen über das neue Tarifsystem angekündigt. Diese seien „in höchstem Maße geschäftsschädigend“, so dass die Bahn ihn „auch schadenrechtlich verantwortlich machen“ werde, kündigte die Bahn am Sonntag in einer Mitteilung an. Naumann hatte dem Unternehmen am Wochenende vorgeworfen, jeder zweite Kunde zahle zu viel für sein Ticket. Nach Meinung Naumanns liegt das Problem bei den Bahn-Mitarbeitern. „Die geschulten Mitarbeiter kommen mit den neuen Tarifen nicht zurecht, viele Vergünstigungen werden den Kunden gar nicht erst angeboten. Bei der Bahn tobt das Preischaos“, sagte der Verbandschef der „Bild am Sonntag“. Im Rundfunksender SWR fügte er hinzu, oft sei die Preisauskunft zwar an sich korrekt, doch werde dem Kunden nicht gesagt, dass er durch eine geringfügige Änderung seiner Reisepläne viel günstiger fahren könnte.

Die Bahn warf Naumann ihrerseits vor, er versuche seit Monaten , das seit Mitte Dezember geltende Preissystem „negativ und verzerrt dazustellen“. Mehdorn betonte: „Es reicht jetzt wirklich. Aus schierem Populismus mal eben zu behaupten, wir würden täglich die Hälfte von Millionen Kunden übers Ohr hauen, ist unglaublich.“ Wenn sich Naumann wie ein normaler Kunde verhielte, „würde sein Kritik-Gebäude in sich zusammenstürzen“, sagte Mehdorn. Der Bahnchef bezeichnete die Äußerungen Naumanns als „realitätsfremdes Gerede“. Die Bahn werde an dem neuen Preissystem „sicher nichts ändern, auch wenn das gewisse profilierungssüchtige Funktionäre offensichtlich zur Weißglut treibt und immer wieder zu wirklichkeitsfremden Stichproben veranlasst“, sagte der Bahn-Vorstandsvorsitzende.

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