Wirtschaft : Bahn-Entscheidung beim Bund

NÜRNBERG/FRANKFURT (MAIN) .Die Entscheidung über die Realisierung der umstrittenen ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt soll in den nächsten Wochen fallen.Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums wies einen Bericht des Magazins "Focus" zurück, wonach das 8,5 Mrd.DM teure Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr.8 bereits zugunsten einer kostengünstigeren Alternativtrasse aufgegeben worden sei.Bahnsprecher Rainer Latsch wies darauf hin, daß die Entscheidung über die Trasse beim Bund liege.Für das Unternehmen gebe es derzeit keine neue Lage.

Die Deutsche Bahn AG lasse lediglich die Pläne für die unterirdischen Durchgangsbahnhöfe "Frankfurt 21" und "Stuttgart 21" und zwei andere kostenträchtige Projekte auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüfen, sagte Latsch weiter.Ergebnisse seien im Sommer zu erwarten.

Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) kündigte erhebliche Proteste an, falls die ICE-Trasse Nürnberg-Erfurt nicht gebaut würde.Die Verbindung sei für das Land lebenswichtig, sagte Vogel am Sonnabend im "MDR 1".Der Bau der Trasse sie nicht von der Bahn, sondern vom Bundestag beschlossen worden.SPD und Bündnis 90/Die Grünen hatten in ihrer Koalitionsvereinbarung im Oktober ausdrücklich festgelegt, daß als Alternative zur Neubaustrecke durch den Thüringer Wald auch die "Mitte-Deutschland-Bahn" Kassel-Erfurt-Chemnitz-Dresden und die "Sachsenmagistrale" Chemnitz-Plauen-Hof-Nürnberg untersucht werden.

"Die Überprüfung dieser drei Korridore läuft noch", hieß es im Verkehrsministerium in Bonn."Focus" schreibt unter Hinweis auf Bahnkreise, zwischen Erfurt und Nürnberg solle eine weitaus billigere Streckenführung realisiert werden.Der bereits im Bau befindliche Abschnitt zwischen Erfurt und Arnstadt solle fertiggestellt werden.Von dort sollen die Züge über einen Abzweig auf die bestehende IC-Strecke über Saalfeld und Probstzella nach Nürnberg geleitet werden.

Die Alternativ-Pläne entsprechen nach Angaben des Vorsitzenden der Initiative "Das bessere Bahnkonzept", Heinz Schielein, den Vorschlägen der Münchner Verkehrsplaner Vieregg und Rößler.Vieregg und Rößler hätten bereits vor fünf Jahren in einem Gutachten die mangelnde Wirtschaftlichkeit der Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt belegt und den Ausbau bestehender Strecken für Neigetechnikzüge gefordert.

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