Bahn : GDL: Keine neuen Streiks

Im Tarifkonflikt bei der Bahn ist nach monatelangem Ringen ein Durchbruch für eine Einigung ohne neue Streiks geschafft. Für die Lokführer soll es Lohnerhöhungen von elf Prozent geben.

Frankfurt/MainDie Spitzengremien der Lokführergewerkschaft GDL gaben heute einstimmig grünes Licht zur Vermeidung weiterer Arbeitskämpfe, wie der Vorsitzende Manfred Schell in Frankfurt sagte. Nach einem erneuten Treffen mit Bahnchef Hartmut Mehdorn am Samstag bei Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wurden mehrere Vereinbarungen getroffen, auf deren Basis nun ein Abschluss für einen eigenständigen Tarifvertrag bis Ende Januar erreichbar sein soll. Damit werden weitere Streiks "mit 99prozentiger Wahrscheinlichkeit" nicht mehr stattfinden, so Schell.

Tiefensee sprach von einem Durchbruch. "Ich bin hochzufrieden, dass wir die letzte Hürde in diesem Tarifkonflikt genommen haben". Er rechnet damit, dass auch die anderen Bahn-Gewerkschaften Tansnet und GDBA zustimmen und damit ein tragfähiges Tarifwerk zustandekommt, das alle Tarifbeschäftigten umfasst.

Geringere Arbeitszeit ab Februar 2009

Schell führte aus, dass es für die Zeit von Juli 2007 bis März 2008 eine Einmalzahlung von 800 Euro geben soll. Von März an sollen die Einkommen dann um acht Prozent erhöht werden, von September an um weitere drei Prozent. Dadurch ergibt sich eine Erhöhung um elf Prozent. Die Laufzeit wurde bis Ende Januar 2009 vereinbart. Von 1. Februar 2009 an soll sich die wöchentliche Arbeitszeit dann um eine Stunde auf 40 Stunden bei gleichem Entgelt verringern.

Bahn will Verhandlungen mit GDL rasch fortsetzen

"Die jetzt noch offenen Punkte können wir schnell lösen", sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale. Sie hält eine Einigung noch in der neuen Woche für möglich. Suckale verwies mit Blick auf die vereinbarten Einkommenshebungen aber darauf, dass "die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren bereits überschritten" ist. Sie äußerte sich erleichtert, dass eine Streikgefahr den Erklärungen der Gewerkschaft zufolge abgewendet ist.

Die Verhandlungen für eine Lösung des seit März 2007 schwelenden Konflikts waren kurz vor Weihnachten auf Druck der Bundesregierung wieder aufgenommen worden. Bereits am vergangenen Wochenende hatte die GDL eine Streikdrohung ausgesetzt. (smz/dpa/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben