Wirtschaft : Bahn kauft neue Züge für Milliarden

Berlin - Es ist ein Auftrag der Superlative. Für mehr als sieben Milliarden Euro kauft die Deutsche Bahn ICX-Züge bei Siemens, am heutigen Montag wollen Bahn-Chef Rüdiger Grube und der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher den Vertrag in Potsdam unterzeichnen. Von dem Mega-Geschäft wird auch Bombardier profitieren, eigentlich der größte Konkurrent von Siemens. Nach Tagesspiegel-Informationen bekommen die drei Werke Hennigsdorf, Siegen und Görlitz umfangreiche Aufträge von Siemens.

„Das sichert die Arbeitsplätze in den drei Werken langfristig“, sagte ein einflussreicher Manager des Unternehmens. Insgesamt rechnet Bombardier mit etwa einem Drittel des ICX-Auftragsvolumens. Die Bahn will 220 Züge für sechs Milliarden Euro fest bestellen und 80 weitere als Option. Sie sollen das neue Rückgrat im IC-Fernverkehr in den kommenden Jahrzehnten sein und rund 40 Jahre alten Loks und Wagen ablösen, die derzeit unterwegs sind.

Hennigsdorf als größtes Werk dürfte dabei auch das meiste Geschäft abbekommen. An dem Standort arbeiten mehr als 2200 Beschäftigte, vor allem die Entwicklung spielt dort eine große Rolle. Bombardier übernimmt auch Entwicklungsarbeit von Siemens, auch deshalb sucht der Konzern noch mehrere Dutzend Ingenieure. Die Beschäftigtenzahl in der Produktion soll hingegen vorerst nicht steigen. Görlitz mit 1200 Beschäftigten ist spezialisiert auf Doppelstockwagen und den Wagenkastenbau. In Siegen entwickeln und produzieren die 640 Beschäftigten Drehgestelle.

Die Bahn will sich bei ihren neuen Zügen besser gegen Qualitätsmängel absichern. Vorgesehen ist bei dem milliardenschweren Auftrag für den ICX unter anderem, dass der Hersteller Siemens sein Geld nur stufenweise erhält. Ein Teil der Zahlungen hängt dabei davon ab, ob sich die Züge im Betrieb auch tatsächlich bewähren. Siemens musste den Angaben aus Bahn-Kreisen zufolge auch Zusagen über die langfristigen Kosten für den Betrieb und die Wartung der bis zu 300 neuen Züge machen. Wird es teurer als versprochen, muss der Konzern ebenfalls auf Geld verzichten. Zudem ist Siemens für die Zulassung der Züge durch das Eisenbahn-Bundesamt zuständig. brö/AFP

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