Wirtschaft : Bahn macht Dampf auf dem Weg zur Börse

Ludewig will vorzeitig "entflechten" / Bahnhöfe-AG angekündigt

MAGDEBURG (löb/ddpADN).Die Deutsche Bahn AG macht Tempo bei der inneren Reform in Richtung Privatisierung über die Börse.Bereits von Januar an und damit ein Jahr vorfristig sollen die Bereiche Fernverkehr, Nahverkehr, Güterverkehr und Netz entflochten werden, wie Bahn-Vorstandschef Johannes Ludewig am Dienstag in Magdeburg auf der Generalversammlung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sagte.Mit Beginn 1999 würden sie dann wie vorgesehen endgültig als selbständige Aktiengesellschaften geführt, so daß die Bahn AG als Holding fungiere.Ludewig kündigte ferner an, für Bahnhöfe eine fünfte Aktiengesellschaft gründen zu wollen. Vor einem weiteren massiven Personalabbau bei der Deutschen Bahn AG warnte der bahnpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Albert Schmidt."In vielen Regionaldirektionen gibt es schon heute weniger Zugführer, als die Anfang des Jahres aufgestellten Personalbedarfsplanungen es vorsehen", sagte Schmidt."Damit manövriert sich die Bahn selbst in einen Teufelskreis." Weniger Personal bedeute automatisch eine Zunahme von Verspätungen, weil angesichts derart enger Personalkalkulation bei plötzlichen Ausfällen kein Vertretungspersonal zur Verfügung stehe.Ludewig verteidigte dagegen das Personalabbaukonzept des Konzerns."Wir schreiben zwar seit der Privatisierung schwarze Zahlen mit kontinuierlich steigenden Umsätzen", sagte er."Aber wir werden weiterhin Personal abbauen müssen, um für den Wettbewerb des nächsten Jahrhunderts fit zu sein." Allerdings wolle der DB-Vorstand auch künftig den notwendigen Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen realisieren."Wir möchten deshalb das mit den Gewerkschaften bis Ende 1998 abgeschlossene Beschäftigungsbündnis auch über diesen Zeitpunkt hinaus fortsetzen."

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