Wirtschaft : Bahn startet den zweiten Anlauf

Die Bahncard mit 50 Prozent Rabatt gibt es jetzt wieder – aber vorerst keine Aktionspreise

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Berlin (hop). Von diesem Freitag an wird Bahnfahren leichter. Die Bahn führt die „alte“ Bahncard mit einem Preisnachlass von 50 Prozent wieder ein und vereinfacht gleichzeitig die Frühbucherrabatte. Von Fahrgastverbänden und Verbraucherschützern wird die erneute Reform des Bahnpreissystems positiv bewertet. „Wir erwarten deshalb eine sehr starke Nachfrage“, sagte Bahnsprecher Gunnar Meyer dem Tagesspiegel. Deshalb setze die Bahn auch zusätzlich 500 Berater in den Reisezentren ein – und 150 Azubis, die Kunden an den Fahrkartenautomaten helfen sollen. Wegen der neuen Tarife müssen die Fahrgäste jedoch noch auf Aktionspreise warten, die ursprünglich für den Sommer angekündigt waren.

Die Bahn bietet ihren Kunden nun zwei Möglichkeiten, Rabatte zu erhalten. Sie können sich entweder für eine Bahncard oder für Frühbucherrabatte entscheiden. Der Vorteil der Bahncard liegt in ihrer Flexibilität. Selbst kurz vor Abfahrt erhalten die Kunden noch den Rabatt. Die Bahncard gibt es jetzt in mehreren Varianten. Wieder eingeführt wird die Bahncard 50, die allerdings mehr kosten wird als noch im vergangenen Jahr. Für die Zweite Klasse müssen Kunden 200 Euro und für die Erste Klasse 400 Euro bezahlen. Studenten und Senioren etwa werden dabei bevorzugt, sie zahlen nur die Hälfte für die Bahncard. Im Gegensatz zur alten Bahncard 50 kann die neue jedoch etwas mehr. Kunden können sie mit dem Mitfahrerrabatt kombinieren. So zahlt der Bahncard50-Inhaber den halben Preis – und bis zu vier Mitfahrer ebenfalls. Ähnlich funktioniert die Bahncard 25, die dem Bahncard-Inhaber jedoch nur 25 Prozent Rabatt gewährt. Die Bahncard 25 kostet für die Zweite Klasse allerdings nur 50 Euro und für die Erste 100 Euro. Sie lohnt sich daher nach Einschätzung von Verbraucherschützern vor allem für Wenigfahrer.

Eine Neuerung, die im vergangenen Dezember eingeführt wurde, behält die Bahn aber auch nach dem 1. August bei. Sie belohnt Frühbucher. Legen sich Kunden spätestens drei Tage vor der Abfahrt auf eine bestimmte Verbindung sowohl für den Hin- als auch Rückweg fest, erhalten sie den Frühbucherrabatt. Liegt ein Wochenende in der Reise sind es 50 Prozent, sonst 25 Prozent. Es gibt jedoch einen Haken: Die verbilligten Tickets sind kontingentiert.

Ursprünglich hatte die Bahn für diesen Sommer auch noch Aktionspreise für bestimmte Strecken angekündigt. Die werden nun später eingeführt. Bahnsprecher Meyer sagte: „Wir müssen einen Schritt nach dem anderen gehen.“ Zunächst wolle die Bahn die Änderungen am System einführen und die Kunden daran gewöhnen. „Sonst haben die Bahnkunden wieder das Gefühl, dass alles viel zu kompliziert ist.“ Die Bahn halte aber weiter an Aktionspreisen fest. „Daran wird bereits gearbeitet“, sagte Meyer.

Auch auf eine weitere angekündigte Neuerung bei den Bahnpreisen müssen die Kunden noch länger warten. Zurzeit gibt es – auch nach der aktuellen Reform – oft noch sehr viele verschiedene Preise für die Fahrt von A nach B, je nach Streckenführung und benutzten Zugarten. „Wir wissen, dass das ein Problem ist“, sagte Meyer. Die Bahn wolle die Preise hier übersichtlicher machen. Das sei jedoch sehr aufwändig. Erst etwa Mitte 2004 könnten die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen werden.

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