Wirtschaft : Bahn streitet über Güterverkehr

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Die Bahn läuft mit der Schließung von weiteren Güterverkehrstellen Gefahr, gegenüber der Straße weiter zurückzufallen. "Wenn die Bahn ihre eigenen Ressourcen zerschlägt, wird sie den Anschluss verpassen", sagte Norbert Hansen, Chef der Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet am Mittwoch bei einer Diskussion in Frankfurt. Bernd Malmström, Chef der Güterverkehrstochter DB Cargo, wies die Vorwürfe zurück. Sein Unternehmen ziehe sich nicht aus der Fläche zurück. Die Sanierung und die Schließung unrentabler Anschlüsse müsse allerdings Vorrang haben vor weiterem Wachstum. Das Geschäft sei im vergangenen Jahr trotz Schwierigkeiten im Stahlbereich ordentlich gelaufen. "Wir spüren, dass wir bei Effizienz und Produktivität vorangekommen sind", sagte Malmström. Anfang des Jahres hat die Bahn 637 ihrer insgesamt 2100 Gleisanschlüsse für den Güterverkehr stillgelegt. Weitere Anschlüsse sollen bis Jahresende folgen. "Wir ziehen uns nur da zurück, wo nur wenige Wagen abgeholt werden und wo wir kein Geld verdienen können", sagte Malmström. Hansen dagegen forderte die Bahn auf, endlich von einer Nachfrage- auf eine Angebotspolitik umzuschwenken, um so mehr Güter auf die Schiene zu bekommen.

Hansen warnte angesichts der Bahn-Politik vor einer "neuen Flut von Lkw". Ein Zuwachs auf der Schiene ist nach Ansicht von Transnet nicht über den klassischen Montan-Transport zu erreichen, sondern mit Handelsgütern sowie Fertig- und Halbfertigprodukten. Dafür aber seien Güterverkehrsstellen und der Einzelwagenverkehr entscheidend. "Gerade diese Angebote müssen ausgeweitet werden", sagte Hansen. Dem widerspricht Malmström nicht. Der Verkehr mit Einzelwaggons sei mit einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro die Basis für DB Cargo. Wo es wirtschaftlich zu betreiben sei, werde dieses Geschäft und auch die Vermarktung von Gleisanschlüssen ausgebaut.

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