Bahn-Tarifstreit : Lokführer wollen Streikpläne bekanntgeben

Im Tarifkonflikt zwischen der Bahn und Lokführern will deren Gewerkschaft GDL heute über ihr weiteres Vorgehen informieren. Bahnkunden müssen sich wohl erst von Dienstag an auf Streiks und Störungen im Bahnverkehr einstellen.

Frankfurt/Main/BerlinDer stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Günther Kinscher, sagte im Radiosender MDR Info: "Ich denke, dass sich die Reisenden heute nicht auf Streiks einstellen müssen, das braucht einen gewissen Vorlauf." Von Dienstagmorgen an könnten dann Nah-, Fern- und Güterverkehr betroffen sein, sagte Kinscher dem Sender zufolge. Da 80 Prozent der Lokführer in der Gewerkschaft organisiert seien, könne er sich kaum vorstellen, dass im Streikfall mehr als 50 Prozent der Züge fahren würden. Der Mittwoch - der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) - soll aber streikfrei bleiben.

Nachdem die vereinbarte Friedenspflicht in der Nacht ausgelaufen ist, gilt ein Arbeitskampf als sicher. Damit will die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer durchsetzen. Die Deutsche Bahn lehnt einen separaten Tarifvertrag bislang ab. Der von der GDL bislang zugesagte Verzicht auf einen Ausstand endete an diesem Sonntag. Ebenfalls heute will die Bahn über den aktuellen Tarifkonflikt und ihre Vorbereitungen für einen Streik informieren.

 "Laut Auskunft der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wird es mindestens bis zum Mittag des 1. Oktober keine Streiks geben", heißt es auf der Internetseite der Deutschen Bahn. "Auch der 3. Oktober bleibt streikfrei." Für aktuelle Informationen zur Lage im bundesweiten Zugverkehr hat die Bahn einen kostenlosen Telefonkontakt (08000 996633 im Inland) eingerichtet.

Die Bahn will sicherstellen, dass trotz eines Streiks deutlich mehr als 50 Prozent aller Züge, sowohl im Nah- wie im Fernverkehr, fahren werden. "Wir haben Notfallpläne, und wir haben uns mit unseren Mitarbeitern auf einen Arbeitskampf eingestellt", sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale am Wochenende in einem Interview mit "Welt Online". "Die Bahn wird einen eingeschränkten, aber belastbaren Fahrplan anbieten." Dazu sollen nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" auch ausländische Lokführer als Aushilfen verpflichtet werden. Die Bahn wollte dies am Sonntag weder bestätigen noch dementieren. (mit dpa)

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