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Bahn- und Germanwings-Streik im News-Blog : Pilotenstreik hat begonnen

Kaum rollt der Zugverkehr der Deutschen Bahn nach dem Lokführerstreik wieder, da bleiben die Maschinen von Germanwings am Boden. Seit Mittag streiken die Piloten. Für die Passagiere der Fluggesellschaft bedeutet das, viel Geduld mitzubringen und Reisepläne zu ändern. Der Pilotenstreik soll bis Mitternacht dauern.

Neuer Streik bei den Piloten: 100 Gemanwings-Flüge fallen aus. Doch viele Passagiere haben früh reagiert und umgebucht.
Neuer Streik bei den Piloten: 100 Gemanwings-Flüge fallen aus. Doch viele Passagiere haben früh reagiert und umgebucht.Foto: Reuters

+++ Etwa 100 Germanwings-Flüge sind gestrichen +++

Im Streit um Einschnitte bei der Altersregelung hat am Donnerstagmittag ein zwölfstündiger Pilotenstreik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings begonnen. Rund 100 Flüge bundesweit wurden gestrichen. Betroffen sind nach Angaben der Fluglinie rund 13.000 Passagiere vor allem von Inlandsflügen. Die Urlauberflüge aus dem Ausland - überwiegend den Mittelmeerländern - sollen dank eines Ersatzflugplanes stattfinden, sagte ein Germanwings-Sprecher.

+++ Berlin besonders vom Streik betroffen +++

Besonders vom Streik betroffen sind die Flughäfen in Köln/Bonn, Stuttgart, Hamburg und Berlin. In Köln fallen je 23 An- und Abflüge aus, in Stuttgart 21, in Hamburg und Berlin je 17. Da die meisten Fluggäste vorab per Mail oder SMS erreicht wurden oder von sich aus umgebucht hätten, gebe es aber keine Warteschlangen auf den Flughäfen, sagte ein Germanwings-Sprecher. „Kaum was los an den Flugschaltern“, sagte auch eine Augenzeugin. Viele Reisende seien auf die Bahn ausgewichen. Dort läuft der Verkehr nach dem Ende eines 14-stündigen Lokführerstreiks seit Donnerstag früh wieder weitgehend reibungslos.

+++ Gewerkschaft kündigt weitere Streiks an +++

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit erklärte, Lufthansa habe alle Kompromissvorschläge nicht aufgegriffen und mauere weiter. „Wir würden gern mit der Lufthansa reden, aber die melden sich nicht“, sagte ein Sprecher.
Deswegen müssten sich die Kunden in der nächsten Zeit auf weitere Streiks einstellen. Lufthansa warf der Gewerkschaft vor, der Streikaufruf richte sich gezielt gegen Familien. In dieser Wochen gehen die Herbstferien in Nordrhein-Westfalen und Thüringen zu Ende. Viele Familien seien auf dem Weg nach Hause.

+++ Logistikverband appelliert an GDL +++

Nach dem 14-stündigen Lokführerstreik auch im Güterverkehr warnen die Einkäufer und Logistiker von Industrie und Handel vor den Folgen längerfristiger Arbeitskämpfe. Bislang gebe es zwar noch keine deutlichen Spuren in den Lieferketten. Mehrtägige Streiks könnten jedoch Konsequenzen haben, teilte der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) am Donnerstag mit. Er appellierte an die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Ein längerer Ausfall träfe demnach besonders die Kohle- und Stahlindustrie sowie die Branchen Chemie, Bau und Agrar.

+++ Germanwings: Fast alle Berlin-Verbindungen fallen aus +++

Im Tarifstreit mit der Lufthansa bestreiken die in der Vereinigung Cockpit organisierten Piloten heute von zwölf Uhr mittags bis Mitternacht die Flüge von deren Billigflugtochter Germanwings. Während die Fluggesellschaft mitteilte, dass 80 Prozent der insgesamt 500 in diesem Zeitraum geplanten Flüge stattfinden werden, wurden fast alle Berlin-Verbindungen gestrichen. Insgesamt fallen 16 Starts und 17 Landungen  aus.

Betroffen sind überwiegend die Flüge von und nach Köln/Bonn (sechs Starts und sieben Landungen) und Stuttgart (fünf Flugpaare).

+++ EVG: Lokführer-Streik hat noch nichts gebracht +++

Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat den Tarifstreit bei der Deutschen Bahn aus Sicht der Konkurrenzgewerkschaft EVG einer Lösung nicht nähergebracht. Der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kircher, sagte am Donnerstag im Deutschlandfunk auf die Frage nach dem bisherigen Ergebnis des Ausstands: „Eigentlich noch nichts, denn es gibt noch keine Antwort der GDL auf unser Angebot zu klären, wie denn die Mehrheitsverhältnisse bei der Bahn sind.“ Beide Gewerkschaften streiten, wer für welche Berufsgruppen bei der Bahn zuständig ist.

„Die GDL behauptet, dass sie für das Fahrpersonal und damit auch für die Zugbegleiter, die Bordgastro-Leute und die Lokrangierführer die Mehrheit hätte. Und wir sagen: Das ist nicht so“, sagte Kirchner.

+++ GDL: Es geht hier nicht um Macht +++

GDL-Chef Claus Weselsky sagte im ZDF-Morgenmagazin: „Schlussendlich weiß jeder, dass es hier nicht um Macht geht, sondern um eine einzige Frage: Ist dieser Konzern bereit, die Realität anzuerkennen, (...) dass die GDL mehr als 51 Prozent Mitglieder in den Eisenbahnverkehrsunternehmen hat? Ist die Bahn bereit anzuerkennen, dass Tarifpluralität herrscht und nicht Tarifeinheit?“ In dem Tarifstreit verlangt die GDL fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit.

+++ Der Zugverkehr normalisiert sich +++

Der Bahnverkehr in Deutschland ist nach einem 14-stündigen Lokführerstreik am frühen Donnerstagmorgen wieder angelaufen. „Es gibt keine Meldungen über Probleme größerer Art“, sagte eine Bahnsprecherin am Morgen. Vereinzelt müssten die Fahrgäste im Berufsverkehr mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. „Im Großen und Ganzen läuft der Verkehr deutschlandweit aber wirklich gut“, fügte sie hinzu. Auf Passagiere der Lufthansa-Tochter Germanwings kommt derweil die nächste Geduldsprobe zu. Die Piloten der Fluggesellschaft lassen die Arbeit von Donnerstagmittag an für zwölf Stunden ruhen. Rund 100 von 500 Flügen werden gestrichen.

Der von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ausgerufene bundesweite Streik hatte bis 4.00 Uhr gedauert. Die GDL war für eine erste Bilanz zunächst nicht zu erreichen. Die Bahn teilte mit, dass die meisten Züge am frühen Morgen an ihren Startbahnhöfen bereitgestellt werden konnten. Zum Teil mussten laut dem Unternehmen aber Lokführer nach Ende des Streiks erst noch zu ihren Einsatzorten gebracht werden. Deren Züge seien nach und nach eingetaktet worden, hieß es.

+++ Die Arbeitsniederlegung wird bei Germanwings am Mittag beginnen +++

In dem Tarifkonflikt mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geht es um die Übergangsrente und Vorruhestands-Konditionen für Flugkapitäne. Die Lufthansa-Tochter Germanwings fliegt in Deutschland die meisten Flughäfen außer Frankfurt am Main und München an. Die Gesellschaft veröffentlichte einen Ersatzflugplan im Internet.

Der Streik der Lokführer hatte am Mittwoch zu teils massiven Behinderungen für Bahnreisende geführt. Im Fernverkehr fuhr nach Angaben der Deutschen Bahn nur jeder dritte ICE, Intercity oder Eurocity. Im Regionalverkehr gab es teilweise noch größere Probleme. In dem Tarifstreit verlangt die GDL fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Einen neuen Gesprächstermin zwischen den Tarifparteien gab es nicht. Ob weitere Streiks eventuell am Wochenende drohen, wollte die GDL nicht sagen.

+++ Dobrindt fordert schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch +++

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) rief die Tarifparteien zu einer schnellen Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Zur Tarifautonomie gehöre zwar auch das Mittel des Streiks, sagte Dobrindt am Mittwoch in Berlin. Damit sei aber besonders verantwortungsvoll umzugehen, um die Zahl der betroffenen Dritten gering zu halten. Rainer W. During, dpa

Informationen der Deutschen Bahn finden Sie hier.

Informationen von Germanwings finden Sie hier.

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