Wirtschaft : Bahn verkraftet Panne beim Preissystem Konzern nimmt in den ersten neun Monaten 1,7 Prozent mehr ein

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(ek/HB). Die Deutsche Bahn hat in den ersten neun Monaten 2003 ein Umsatzplus von 1,7 Prozent erreicht. Diese Zahl wird Bahnchef Hartmut Mehdorn heute in der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung des Staatskonzerns präsentieren, wie das „Handelsblatt“ aus Unternehmenskreisen erfuhr. Und das, obwohl das Geschäft im Fernverkehr nach der Pleite mit dem neuen Preissystem um 600 Millionen Euro unter den Erwartungen blieb. Der Einbruch wurde durch striktes Sparen und durch positive Geschäftsentwicklungen in den anderen BahnBereichen offenbar kompensiert. Für das Gesamtjahr wird Mehdorn berichten, dass die Planungen erreicht werden. Das Betriebsergebnis bliebe zwar negativ, aber erwartungsgemäß niedriger als im Vorjahr, als der Verlust bei 493 Millionen Euro lag.

Streitpunkt im Aufsichtsrat werden die Investitionen in das Schienennetz sein. Angesichts der knappen Kassenlage des Bundes werden dessen Mittel künftig spärlicher fließen. Das wird Neu- und Ausbauprojekte im Schienennetz um Jahre verzögern.

Gegen Kürzungen bei den Schieneninvestitionen laufen die Eisenbahner-Gewerkschaften Sturm und hatten die außerordentliche Aufsichtsratssitzung gefordert. Aus- und Neubau sowie Erhalt der Schiene seien zur Sicherung tausender Arbeitsplätze wichtig. „Einigermaßen sichergestellt“ seien bisher nur die Ersatzinvestitionen in das bestehende Streckennetz, hieß es bei der Bahn. Bei neuen Projekten werde man Prioritäten setzen müssen. Im Aufsichtsrat solle heute, so Norbert Hansen, Chef der Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet, „alles auf den Tisch, was sich im Dunstkreis des Börsenganges der Bahn bewegt“. Vom Tisch ist aber der Vorwurf der Bilanzmanipulation. Diesen Vorwurf an den Vorstand hatte ein Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates Anfang Oktober entkräftet.

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