Wirtschaft : Bahn verlängert Rabatte für Stammkunden

Bahncard-25-Vergünstigungen weiterhin mit Sparpreisen kombinierbar – Manager kritisieren Führung

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Berlin Die Deutsche Bahn weitet ihre Rabattregeln für die Bahncard 25 über den 30. September hinaus aus. Besitzer dieser Kundenkarte bekämen weiterhin neben dem 25-Prozent-Rabatt auf alle Fernverkehrs-Tickets die Möglichkeit, zusätzlich Frühbucher-Vergünstigungen zu nutzen. Das teilte die Bahn am Donnerstag in Berlin mit. Zugleich forderten Bahn-Manager den eigenen Konzern auf, den geplanten Börsengang nicht zu überstürzen.

Nach dem heftigen Streit um das misslungene Preissystem vor rund einem Jahr führte die Bahn die Bahncard wieder ein – in Versionen mit 25 oder 50 Prozent Rabatt. Allerdings sollten Bahncard-25-Besitzer ihren Preisabschlag ab Ende September 2004 nicht mehr mit Frühbucher-Rabatten kombinieren dürfen. Denn auf diesem Weg können sie Vergünstigungen erreichen, die weit über den 25 Prozent liegen – dafür müssen sie sich aber auf einen bestimmten Zug festlegen. Dies geht nun auch weiterhin. Die 50 Euro teure Bahncard 25 haben derzeit 1,4 Millionen Menschen im Portemonnaie. Die Bahncard 50, die 200 Euro kostet, kann aber weiter nicht in Verbindung mit den Frühbucher-Rabatten genutzt werden.

Mit der Verlängerung des Rabattes reagiert die Bahn auf die nach wie vor dürftige Auslastung ihrer Züge im Fernverkehr. Die Marke liegt weiterhin bei rund 40 Prozent – das sorgt dafür, dass die Sparte Fernverkehr immer noch ein Problemk ind des Konzerns ist. In den vergangenen Monaten hatte sie das Bahn-Ergebnis mit hohen Verlusten belastet. Das kommt Bahnchef Hartmut Mehdorn ungelegen. Er strebt an, den Staatskonzern sobald als möglich teilweise an einen privaten Investor zu verkaufen. Der Bund hatte jedoch zur Voraussetzung gemacht, dass die Bahn schwarze Zahlen schreibt.

Einen Börsengang schon 2005 haben nun auch Führungskräfte der Bahn skeptisch beurteilt. Die Bahn müsse „über zwei bis drei Jahre ein gutes Wirtschaftsergebnis“ erzielen, auch wenn sie 2005 bereits kapitalmarktfähig sein sollte, verlangte der Bundesverband der Führungskräfte der Deutschen Bahnen (BF Bahnen) am Donnerstag. Die Organisation riet, über den Börsengang „ohne Zeitdruck“ zu entscheiden und verwies auf das Beispiel der Postbank, bei dem dies nicht gelungen sei. Der Berufsverband begrüßte zudem den Beschluss des Bundestags-Verkehrsausschusses, die Modalitäten einer Privatisierung erneut zu prüfen. Die Abgeordneten hatten entschieden, den Börsengang sowohl mit als auch ohne Schienennetz prüfen zu lassen. Bund und Bahn-Vorstand hatten bislang auf den Verkauf mitsamt des Netzes gesetzt. brö

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