Wirtschaft : Bahn will angeblich 60 000 Jobs streichen

HAMBURG (Tsp/ADN).Die Deutsche Bahn AG plant nach Angaben des "Spiegel" bis zum Jahr 2003 den Personalbestand um nahezu 60 000 auf 193 000 Mitarbeiter zu verringern, meldete das Magazin am Freitag.Dies habe die Bundesregierung aus Frankfurt erfahren.Wie berichtet, wird die Zahl der Eisenbahner allein in diesem Jahr um bis zu 18 000 schrumpfen.Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Johannes Ludewig, wollte diese Angabe allerdings Anfang Dezember nur als Orientierungsgröße verstanden wisssen, die von der Geschäftsentwicklung einzelner Bereiche abhänge.

Der Sprecher der Bahn, Stephan Heimbach, wollte sich am Freitag nicht dazu äußern, ob es eine verbindliche Planzahl für den Zeitraum bis 2003 gebe.Bei einem so langen Zeitraum wäre auch dies umso mehr vom Markt abhängig.Wichtig sei jedoch, daß betriebsbedingte Kündigungen durch das Beschäftigungsbündnis der Bahn bis 2002 ausgeschlossen seien.Diese Vereinbarung gelte ohne Einschränkung.

Die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED) lehnte in einer ersten Reaktion den anvisierten Stellenabbau bis 2003 als "völlig überzogen" ab.Schon im Dezember hatte GdED- Vorsitzender Rudi Schäfer in einem Interview mit der "Welt" erklärt, der anhaltende Erfolgsdruck, unter dem das Management stünde, bereiteten den Beschäftigten große Sorgen.Als Folge des wachsenden Kostendrucks seien weitere Jobs in Gefahr.Schäfer: "Wir sind auf dem Weg nach unten." Die Personalpolitik der Bahn sei von reinen Budgetüberlegungen diktiert und orientiere sich nicht an den anstehenden Aufgaben.

Laut "Spiegel" ist den Bahn-Plänen zufolge mit einer Reduzierung von 71 000 auf 40 000 Stellen der Abbau im Bereich Netz besonders drastisch.Das solle durch "volle Ausschöpfung des Potentials aus Fluktuation, Vorruhestand etc." erreicht werden, heiße es in einem internen Bahnpapier.Bahnchef Johannes Ludewig spreche von einer "notwendigen Personalanpassung".

GdED-Vizevorsitzender Norbert Hansen sagte, die Bahn sollte statt des Personalabbaus eine Beschäftigungsoffensive starten.Der Bahnvorstand dürfe sich der Initiative der Bundesregierung zum Abbau der Arbeitslosigkeit nicht entziehen.Angesichts der über vier Millionen Arbeitslosen in Deutschland forderte die Gewerkschaft vom größten bundeseigenen Unternehmen "weitere Initiativen zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen über das bestehende Beschäftigungsbündnis hinaus".Im Oktober 1998 hatte die GdED durchgesetzt, den Schutz vor Kündigungen bis Ende 2002 zu verlängern.Außerdem wurde vereinbart, Beschäftigung durch das Zurückholen extern vergebener Aufträge zu schaffen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben