Wirtschaft : Bahn will keine Volksaktie sein

Vor allem institutionelle Anleger im Visier

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Berlin – Die Deutsche Bahn will sich bei ihrem Börsengang nicht an Kleinaktionäre richten. „Sicher ist die DB keine Volksaktie“, sagte Alexander Hedderich, Leiter Konzernentwicklung, am Dienstag vor Journalisten. „Wir sind in erster Linie für institutionelle Anleger interessant, die einen stabilen Titel für ihr Portfolio suchen.“ Daher werde es kein breites Marketing geben. Allerdings arbeite der Konzern an einem Aktien- und Optionsprogramm für die Mitarbeiter. Ohnehin werde der Bund nicht – zumindest zunächst nicht – die im Grundgesetz genannte Möglichkeit der Privatisierung von bis zu 49,9 Prozent der Anteile ausschöpfen. Wahrscheinlich würden 20 bis 30 Prozent an der Börse platziert.

Über Form und Zeitpunkt des umstrittenen Börsengangs will die Bundesregierung bis zur Sommerpause Klarheit schaffen. Die Bahn will ein „integrierter Konzern“ bleiben, also Betreiber, aber auch Eigentümer des Schienennetzes. Kritiker wollen den Bund als Eigentümer des Netzes festschreiben. „Ich sehe das als einen sehr offenen Prozess“, sagte Bahn-Vorstand Otto Wiesheu, der langjährige bayerische Wirtschaftsminister und CSU-Politiker, am Dienstag.

Das von der Bahn präferierte Modell sieht vor, dass der Bund für zehn Jahre jährlich 2,5 Milliarden Euro in das Schienennetz steckt. Dies sei bereits eine degressive Subvention, weil sie die Inflation nicht berücksichtige, sagte Wiesheu. Zudem lägen die nötigen Investitionen um 500 Millionen Euro höher. Dafür müsse dann der Konzern einstehen. „Verhandlungsspielraum gibt es immer“, sagte Wiesheu zur Frage, ob der Zuschuss auch kleiner sein könne. mod

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