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Bahn will Konzern umbauen : S-Bahnen von Berlin und Hamburg unter ein Dach?

Die Deutsche Bahn versucht, ihre über 100 Tochtergesellschaften zu bündeln. Berichte über eine Fusion der S-Bahnen von Berlin und Hamburg hat das Unternehmen aber zurückgewiesen.

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Die Deutsche Bahn hat Umbaupläne. Der Konzern versucht nach Tagesspiegel-Informationen, seine über 100 Tochtergesellschaften zu bündeln und dem Mutterkonzern einzuverleiben. Berichte, wonach es auch Pläne gebe, die S-Bahnen von Berlin und Hamburg zu fusionieren, wies ein Sprecher am Sonntag zurück. An ein Zusammenlegen der beiden Tochtergesellschaften, die jeweils als GmbH geführt werden, sei derzeit nicht gedacht. „Eine Fusion steht nicht an und ist auch nicht geplant“, erklärte Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg am Montag. „Für beide Bahnen gilt: Sie erfüllen ihre Aufgaben gemäß der laufenden Verkehrsverträge.“ Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor berichtet, dass die Fusion auch später kommen könne – nach dem Auslaufen der derzeitigen Verkehrsverträge mit den Ländern. In Berlin endet der Vertrag Mitte Dezember 2017.

Der Sprecher bestätigte, dass es im Bereich Regio des Konzerns ein Projekt gebe, um „Verwaltungswege und die Administration zu vereinfachen“. Durch den Kauf der englischen Arriva-Gruppe waren im vergangenen Jahr weitere Tochterunternehmen hinzugekommen. Deren Eigenleben ist nach Angaben von Insidern teuer. Bei jeder Gesellschaft müsse der Jahresabschluss durch teure Wirtschaftsprüfer separat bestätigt werden, außerdem muss für jede eigenständige Gesellschaft ein Aufsichtsrat gebildet werden. Bei einer Fusion der S-Bahnen von Berlin und Hamburg, die beide ein ähnliches technisches System haben, wäre nur noch ein Abschlussprüfer und ein Aufsichtsorgan erforderlich.

Weitergehende Pläne für einen Konzernumbau sind dagegen vom Bundesverkehrsministerium gestoppt worden. Bahnchef Rüdiger Grube wollte die Bereiche Fern-, Nah- und Güterverkehr, die als eigenständige Aktiengesellschaften arbeiten, in einfache GmbHs umwandeln. Die GmbHs sollten direkt dem Konzernvorstand unterstehen. Die dafür notwendige Gesetzesänderung wird vom Bund allerdings abgelehnt.

Im 1993 beschlossenen Gründungsgesetz für die Deutsche Bahn ist die Organisation als Aktiengesellschaft vorgegeben. Ziel war damals, den Konzern komplett oder zumindest in Teilen zu privatisieren. Alleiniger Eigentümer der Aktiengesellschaften ist bis heute der Bund. kt

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