Wirtschaft : Bahncard wird vier Prozent teurer Neues Bezahlsystem soll am Wochenende stehen

Berlin - Die Bahncard wird teurer. Zum Fahrplanwechsel soll der Preis der beliebten Rabattkarte für Zugfahrten um rund vier Prozent steigen, erklärte die Deutsche Bahn am Dienstag in Berlin. Die Bahncard 25 für die Zweite Klasse wird dann 55 statt 53 Euro kosten – mit ihr sinkt der reguläre Fahrpreis um mindestens ein Viertel. Die Bahncard 50 wird 220 statt 212 Euro kosten, die Bahncard 100 kommt auf 3500 statt auf 3400 Euro.

Im Gegenzug gibt es in Zukunft bei Fahrten in 29 Länder einen Rabatt von 25 Prozent auf den ausländischen Streckenpreis. Außerdem wird das Vielfahrerprogramm namens Bahn-Bonus ausgeweitet. Die Kunden bekommen dabei für jeden Euro Umsatz einen Punkt gutgeschrieben. Zukünftig können sie diese Punkte auch bei Autovermietern und Hotels sammeln. Ab Dezember wird es weitere Prämien geben, die die Bahn ab einem gewissen Punktestand gewährt: Dazu gehören Freifahrten ins Ausland, Wochenendreisen, Weinseminare und sogar Ferienflüge. „Die Kunden sollen die Bahncard in ihrem Portemonnaie vermissen, wenn sie sie nicht mehr haben“, sagte Fernverkehrs-Chef Nikolaus Breuel. Die Bahncard erfreue sich wachsender Beliebtheit.

Bis Jahresende will die Bahn die Zahl der Besitzer auf vier Millionen steigern. Seit Anfang 2004 lag das Wachstum bei 45 Prozent. Eine Bahncard 25 rechnet sich bereits bei einer einmaligen Fahrt von Berlin nach Stuttgart und zurück.

Derweil verhandelt der Konzern wieder mit den Gewerkschaften GDBA und Transnet über eine neue Einkommensstruktur für 134 000 Beschäftigte. Bis zum Ende der Woche wolle man sich über die Eckpunkte eines Tarifvertrags verständigen, hieß es von beiden Seiten am Dienstag. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sagte, er sei „zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen zu einem Ergebnis kommen werden“. Die Bahn habe den Gewerkschaften ein Paket mit einem Volumen von etwa 100 Millionen Euro „in den nächsten Jahren“ angeboten.

Die Ergebnisse der Verhandlungen könnten von der Lokführergewerkschaft GDL nicht in Frage gestellt werden. Das Angebot, das die Bahn den Lokführern gemacht habe, „entspricht dem, was wir mit der Transnet heute besprechen“, sagte Mehdorn. Bei den Verhandlungen mit Transnet und GDBA gehe es „aber um alle Berufsgruppen“. Der Transnet-Chef Norbert Hansen sagte, die Gewerkschaften erwarteten mit der neuen Struktur bis 2009 je nach Berufsgruppen Einkommensverbesserungen von 10 bis 20 Prozent. Über die Bezahlung der rund 100 verschiedenen Tätigkeiten bei der Bahn wird seit Jahresanfang verhandelt. brö/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben