Wirtschaft : Bahnindustrie schöpft neue Hoffnung Gutes Auslandsgeschäft

Zahl der Jobs bleibt stabil

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Berlin - Die Bahnindustrie sieht sich nach zwei schwierigen Jahren auf dem Weg der Besserung. Dafür spreche der Auftragseingang aus dem vergangenen Jahr im Wert von zehn Milliarden Euro, sagte der Präsident des Verbandes der Bahnindustrie, Friedrich Smaxwil, am Mittwoch in Berlin. Die Zahl der Arbeitsplätze werde aber kaum zunehmen – „wir wären schon zufrieden, wenn wir die heutigen sichern könnten“, fügte der Geschäftsführer des Verbandes, Michael Clausecker, hinzu.

In den vergangenen drei Jahren war der Umsatz jeweils zurückgegangen. 2005 nahmen die Unternehmen noch neun Milliarden Euro ein, das sei ein Rückgang von zehn Prozent zum Vorjahr, sagte Smaxwil. In der Region Berlin sind die Siemens-Sparte Transportation Systems, der Regionalzughersteller Stadler sowie der Mischkonzern Bombardier vertreten. Landesweit beschäftigte die Branche 38 500 Menschen, 800 weniger als im Vorjahr.

Hoffnungen setzt die Bahnindustrie auf das Auslandsgeschäft. Von dort sei 2005 erstmals mehr als die Hälfte der Bestellungen gekommen, sagte Smaxwil. Fraglich sei aber, „wie lange wir unsere Mitarbeiter auf dem Inlandsmarkt noch halten können, wenn sich der Trend in Richtung Exportgeschäft so fortsetzt“. Entscheidend sei dafür auch, ob die Mittel, die der Bund den Ländern für die Bestellung von Nahverkehrszügen zahlt, wie vorgesehen um 300 Millionen Euro gekürzt würden. Dies werde ein reduziertes Angebot an Regional- und S-Bahnen bedeuten.

Smaxwil, der auch Vorstand bei Siemens Transportation Systems ist, äußerte sich zuversichtlich zur Profitabilität seiner Sparte. „Wir werden das Ziel einer Umsatzrendite von fünf Prozent 2007 auf jeden Fall erreichen“, versicherte er. Diese Marke hatte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld vorgegeben. Die Hauptstadt stehe gut da. Smaxwil: „Bei dem für Berlin wichtigen elektronischen Signalsystem ETCS erleben wir derzeit einen kleinen Boom.“ Ob das zusätzliche Stellen bedeutet, konnte er nicht sagen. brö

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