Wirtschaft : Bahnindustrie streicht 4000 Stellen

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Berlin Die deutsche Bahnindustrie rechnet mit einem Verlust von 4000 Arbeitsplätzen in diesem Jahr. Diese Bilanz zog Michael Clausecker, Geschäftsführer des Verbandes der Bahnindustrie (VDB), im Gespräch mit dem Tagesspiegel. 2005 dürfte die Lage nicht besser werden, da die Deutsche Bahn als größter Kunde mit Bestellungen sehr zögerlich sei. „Wir rechnen damit, dass der Jobabbau unvermindert anhält“, sagte er.

Die Bahnindustrie, die Anfang 2004 hier zu Lande noch 40000 Leute beschäftigte, dürfte im Gesamtjahr ein Auftragsminus von rund 34 Prozent verbucht haben. „Ein Indiz für eine Trendwende sehe ich nicht“, erklärte Clausecker. Vor allem Firmen, die auf Bestellungen aus dem Inland angewiesen seien, bekämen das zu spüren. „Dazu gehört auch Bombardier mit dem Werk in Hennigsdorf.“ Die Unternehmen hofften darauf, durch die Ausschreibung von Nahverkehrs-Zugstrecken in Bayern und in Nordrhein-Westfalen zu profitieren, die 2005 anstünden.

Zur Debatte um Qualität und Zuverlässigkeit neuer Züge sagte Clausecker, hier sei die Industrie gemeinsam mit der Bahn bereits erheblich vorangekommen. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte in einem Interview gedroht, höhere „Druckpotenziale“ in die Lieferverträge einzubauen, damit es seltener zu Pannen komme. Überdies neige Mehdorn Clausecker zufolge zu „Schnellschüssen“ und mache die Industrie zu Unrecht verantwortlich - etwa als jüngst ein ICE auf der ausgebauten Strecke Berlin-Hamburg liegen geblieben sei. Clausecker: „Der Schaden hatte mit dem Fahrzeug nichts zu tun.“ brö

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