Wirtschaft : Bahnindustrie unter Preisdruck

Nachholbedarf im Schienenverkehr sorgt für volle Auftragsbücher FRANKFURT (MAIN) (ro).Die deutsche Bahnindustrie bleibt in Bewegung."Der nationale und weltweite Druck auf die Preise hält unverändert an, der Kostendruck ist für die Industrie nach wie vor atemberaubend", sagte Eckart Lehmann, Präsident des Verbandes der Deutschen Bahnindustrie (VDB), am Dienstag in Frankfurt.Immer noch gingen die Marktpreise schneller zurück, als Rationalisierungen greifen könnten.Trotzdem seien die Perspektiven für die Branche gut."Der erhebliche Nachholbedarf im Schienenverkehr hat zu Auftragsbeständen geführt, deren Abwicklung bis in die erste Hälfte des kommenden Jahrzehnts reicht." Nach den vielen Bestellungen von neuen Loks und Waggons durch die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren stagniert die Auftragslage im Inland zwar auf hohem Niveau.Aber im außereuropäischen Schienenverkehr rechnet Lehmann für die nächsten Jahre mit einem Marktwachstum von sechs bis acht Prozent.Nachdem in Südostasien, in Nord- und Südamerika sowie in Australien das Thema Bahn bereits in den letzten Jahren in den Vordergrund gerückt ist, wird jetzt nach Angaben von Lehmann auch im Vorderen Orient über die Aktivierung des Schienenverkehrs nachgedacht.Dies gelte, so Joachim Körber, Hauptgeschäftsführer des VDB, vor allem für Saudi-Arabien.Dabei wünscht sich der Verband stärkere Unterstützung durch die Politik.Den Firmen ist allerdings auch klar, daß sie nicht nur als Produktanbieter auftreten dürfen.Eine vollständige Beratung in Fragen der Planung, Finanzierung und Projektabwicklung vor Ort kämen hinzu.Beim VDB weiß man auch, daß mehr und mehr vor Ort produziert werden muß und daß der lokale Wertschöpfungsanteil einer Lok oder eines Waggons in Zukunft steigen wird.Langfristig werde nur ein Anteil von 50 bis 60 Prozent in Deutschland bleiben.Trotz der zahlreichen Probleme hat sich die deutsche Bahnindustrie 1997 behauptet.Der Umsatz kletterte um 10,1 Prozentpunkte auf 11,7 Mrd.DM.Die Zahl der Mitarbeiter schrumpfte dagegen weiter auf rund 32 400.

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