Bahnstreik : Aufsichtsrat stützt Mehdorns harten Kurs

Im Tarifkonflikt der Deutschen Bahn verhärten sich die Fronten weiter: Der Aufsichtsrat unterstützt Konzernchef Mehdorn darin, nicht auf die Forderungen der Lokführer einzugehen - auch wenn diese unentwegt weiter streiken sollten.

Berlin Der Aufsichtsrat unterstützte die Position des Vorstands, nicht auf Forderungen der GDL nach Auflösung der Tarifeinheit einzugehen, auch wenn die Gewerkschaft "unentwegt weiter streiken sollte". Das teilte der Aufsichtsrat nach einer Sondersitzung in Berlin mit. Der Aufsichtsrat bat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), mit dem Bahn-Vorstand in neue Verhandlungen zu treten.

Die GDL hatte am Morgen ihren zweieinhalbtägigen Streik bei der Bahn vom Güter- auf den Personenverkehr ausgeweitet. Damit will sie ihre Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag durchsetzen. Der bundeseigene Konzern lehnt dies ab.

Bahn lehnt eigenen Tarifvertrag für Lokführer ab

Die GDL lehnt Verhandlungen mit der Bahn ab, solange diese kein neues Angebot vorlegt. Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen und vor allem einen eigenständigen Tarifvertrag. Den lehnt die Bahn strikt ab, da der Abschluss nach ihrer Auffassung die Spaltung der Belegschaft bedeuten würde.

Hauptthema des Bahn-Aufsichtsrates war die geplante Privatisierung der Bahn. Hier sprach sich das Aufsichtsgremium für eine Zusammenfassung aller Aktivitäten des Konzerns in einer "Verkehrs-AG" aus, an der sich private Kapitalgeber mit einer Minderheit von bis zu 49,9 Prozent beteiligen können. Dieses Modell sei "ein praktikabler Weg", erklärte der Aufsichtsrat. Das Schienennetz bliebe bei diesem Modell im Besitz des Bundes. (mit AFP/dpa)

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