Bahnstreik : Streikticker

Die neuesten Streikmeldungen im Überblick

16:22:

Automobilzulieferer in Sachsen-Anhalt berichteten von erheblichen Problemen. Teils drohe Kurzarbeit, klagte Friedrich Fahlberg, Leiter der Barleber Geschäftsstelle des Kompetenznetzwerkes Mahreg der Autozulieferer. Zum einen fehlten Zulieferungen, zum anderen würden Unternehmen ihre Produkte an die Endabnehmer nicht mehr los. Das Problem werde sich erheblich verschärfen, wenn die Gewerkschaft der Lokführer ihre Ankündigung eines unbefristeten Streiks in der kommenden Woche wahr mache

15:58: Im Raum Berlin und Brandenburg fielen im Zuge der Streiks etwa 80 Prozent der Regionalzüge aus. Im Tagesverlauf seien auf mehreren Regionalbahnstrecken aber über den Ersatzfahrplan hinaus zusätzliche Züge eingesetzt worden. Insgesamt seien die Züge im Regionalverkehr teils bis zu 100 Prozent ausgelastet gewesen.

15:55: Kurz vor Ablauf der neuen Lokführer-Streiks haben die Anstrengungen zugenommen, Bewegung in den Tarifstreit zu bringen. "Die Geheimdiplomatie läuft", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Günther Kinscher. Die Bundesregierung zeige deutliche Bemühungen, bei den Verantwortlichen von Bahn und GDL die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme von Gesprächen auszuloten. Wenn die entsprechenden Bemühungen von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) funktionierten, könne es schon bald dazu kommen. Allerdings müsse die Bahn aus GDL-Sicht dazu ein neues Angebot vorlegen.

13:54: Die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL bei der Bahn treffen auch den deutschen Einzelhandel. Shoppingcenter und Läden in Bahnhöfen seien teils "wie ausgestorben", sagte Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels, in Berlin. "Das bedeutet massive Umsatzeinbußen." Aber auch Geschäfte in Einkaufsstraßen und Fußgängerzonen hätten weniger Kunden, da viele Probleme hätten, in die Innenstadt zu gelangen. "Ein erklecklicher Teil der Kunden kommt mit der Bahn, und die fehlen jetzt." Er betonte aber, dass das Weihnachtsgeschäft vom Streik nicht betroffen sein werde.

13:00: Die Folgen für die Industrie halten sich zunächst in Grenzen. Der Autobauer BMW teilte mit, man sei guter Dinge, dass es nicht zu Beeinträchtigungen der Produktion komme, auch wenn dafür einiger logistischer Aufwand betrieben werden müsse. Im Leipziger BMW-Werk müssten zwar bereits Ausweichflächen genutzt werden, um produzierte Autos auszulagern, "aber das ist alles noch beherrschbar", sagte ein Unternehmenssprecher.

Im Lübecker Hafen wurde die Lage dagegen als "ausgesprochen schwierig" bezeichnet. Statt 100 Waggons standen am Morgen nur 14 zur Papierverladung bereit. "Noch schaffen wir es mit größter Mühe, das Papier aus dem Hafen herauszubekommen", sagte der Sprecher der Hafengesellschaft, Rolf Klein. Es würden mehr Lastwagen eingesetzt.

12:58: Das Weihnachtsgeschäft im deutschen Einzelhandel ist nach Branchenangaben keineswegs durch den Lokführerstreik bei der Bahn in Gefahr. "Die Waren für das Weihnachtsgeschäft sind schon da", sagte Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels in Berlin.

Niemand müsse fürchten, bestimmte Produkte im Adventsshopping nicht zu bekommen. "Erst ab 14 Tagen ununterbrochener Streikdauer und mehr würde es zu Beeinträchtigungen beim Nachschub für den Einzelhandel kommen." Dies gelte zudem nicht für Lebensmittel, die fast komplett per Lastwagen über die Straße transportiert würden.

11:28: GDL-Vize Weselsky bekräftigte erneut die Drohung, dass ab nächster Woche unbefristete Streiks möglich seien, wenn die Bahn über das Wochenende kein neues Angebot vorlegt. Er betonte außerdem, dass die GDL auf keinen Fall mit der Bahn verhandeln werde

11:08: Im Tarifstreit mit der Bahn wird die Lokführergewerkschaft GDL bis einschließlich Montag nicht zu neuen Streiks aufrufen. Das sagte der GDL-Vize Claus Weselsky in Frankfurt. Der jetzige Streik im Güter- und Fernverkehr läuft bis Samstagmorgen 2.00 Uhr.

09:56:Der GDL-Vorstandsvorsitzende Günther Kinscher droht mit einem unbefristeten Streik ab kommender Woche, sollte die Bahn bis Montag kein neues Angebot vorlegen. Der Streik würde den Nah-, Fern- und Güterverkehr betreffen.

09:07: Die Lokführergewerkschaft GDL will am kommenden Montag (19.11.) über eine Fortsetzung ihres Arbeitskampfes bei der Bahn entscheiden. "Der jetzige Streik endet am Samstag um 2.00 Uhr, bis einschließlich Montag wird es dann keine Streiks gebenQ, sagte die Sprecherin der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Gerda Seibert, in Frankfurt.

08:40: Der Bahnvorstand diskutiert weiter über eine Ausgliederung der Lokführer in eine eigene Servicegesellschaft. "Darüber wird nachgedacht", sagt Bahnsprecher Gunnar Meyer im ARD-Morgenmagazin. Es sei aber noch keine Entscheidung getroffen worden. In einer Servicegesellschaft könnten alle Lokführer beschäftigt werden - auch diejenigen, die derzeit von der konkurrierenden Bahngewerkschaft Transnet vertreten werden. Die Tochterfirma könnte einen eigenen Tarifvertrag bekommen und Gehaltssteigerungen, die über denen der restlichen Belegschaft liegen. Mit einem solchen Modell würde die Bahn auf die Forderungen der GDL nach einem eigenständigen Tarifvertrag eingehen.

07:50: In Berlin fahren viele S-Bahnen ganztägig nur im 20-Minuten-Takt. Der Rest wird etwa alle 40 Minuten fahren. Die S 45 und die S 85 fahren gar nicht. Die S 8, deren Einstellung zunächst gemeldet worden war, fährt im 30-Minuten-Takt von Blankenburg nach Hohen Neuendorf. Der Flughafen Schönefeld sollte nach Empfehlungen der Bahn nur mit der BVG, nicht mit der S-Bahn, angefahren werden. Dafür können die U-Bahnlinie U 7 bis Rudow und anschließend die Buslinie 171 genutzt werden.

06:10: Am dritten Tag der neuen Streikwelle hat sich Lage im Güterverkehr "dramatisch zugespitzt", so ein Bahnsprecher. "In Ostdeutschland werden nur noch die ganz wichtigen Versorgungszüge gefahren." Im Westen könne dagegen noch eine Grundversorgung aufrechterhalten werden.

05:50: Der S-Bahnverkehr in Berlin und der Regionalbahnverkehr in Brandenburg sind erneut stark behindert. In Berlin fahren heute viele S-Bahnen nur im 20-Minuten-Takt. Die S 45, S 8 und S 85 fahren gar nicht. In Brandenburg fährt nur nach Bahnangaben etwa ein Zehntel der Züge.

03:30: Nach Informationen der "Berliner Zeitung" hat die Deutsche Bahn während des laufenden Tarifkonflikts mit der Lokführergewerkschaft GDL 1.000 neue Lokführer eingestellt. "Wir hatten rund 12.000 Interessenten, davon haben 5.000 ihre Bewerbung eingereicht und 1.000 davon werden nun bei uns anfangen", sagt demnach der Sprecher der Personalabteilung der Deutschen Bahn, Uwe Herz. Die Bahn habe sogar mehrere Dutzend Lokführer von Konkurrenzfirmen übernommen.

16.11.2007, 00:15 GDL-Chef Manfred Schell zeigt sich mäßig kompromissbereit: Auf die Frage, ob er ein Angebot von 31 Prozent mehr Lohn ohne eigenen Tarifvertrag für die Lokführer akzeptieren würde, sagt Schell in der N24-Sendung "Studio Friedman": "Dieses Angebot würde ich annehmen." Dies sei allerdings "hypothetisch", da Bahnchef Mehdorn kein solches Angebot machen werde. Schell betont, es müsse für die Lokführer "in jedem Fall" eine Lohnerhöhung mit einer "zweistelligen Prozentzahl" herauskommen, also "mindestens zehn Prozent" mehr.

23:40: 5230 Lokführer und Zugbegleiter haben sich nach Angaben der Lokführergewerkschaft GDL bis zum Donnerstagabend am massivsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn beteiligt. "Trotz aller Einschüchterungsversuche des Bahnvorstands stehen unsere Mitglieder voll hinter unseren Forderungen", teilt der stellvertretende Vorsitzende Claus Weselsky mit.

16:00: Der Lokführerstreik hat das Brüsseler Audi-Werk für mehrere Tage lahmgelegt. Erst am Montag werde die Produktion wieder anlaufen, sagte ein Sprecher der VW-Tochter am Donnerstag in Ingolstadt. Auch die Spätschicht an diesem Donnerstag und die Frühschicht am Freitag seien abgesagt worden. Eine Spätschicht gibt es freitags an dem erst im Sommer von der Konzernmutter VW übernommenen Standort bisher nicht.

15:15:
Die Lage im bundesweiten Güterverkehr wird nach Angaben der Bahn "immer kritischer". In Ostdeutschland könnten ausschließlich noch versorgungsrelevante Züge fahren. Seit Streikbeginn am Mittwochmittag seien 1400 Schichten nicht angetreten worden. Im Personenverkehr, den die GDL seit dem frühen Donnerstagmorgen parallel bestreikt, werde mit Notfahrplänen weiter ein "reduziertes, aber zuverlässiges Angebot" aufrechterhalten.

Im Fernverkehr fahren demnach zwei Drittel der Züge, vor allem ICE. Im Regionalverkehr habe das Angebot am Mittag im Südwesten noch bei 80 Prozent gelegen, in Hessen und Nordrhein-Westfalen bei rund 70 Prozent, in Bayern bei 50 Prozent. Massiv schlägt der Streik in den ostdeutschen Ländern auch im Personenverkehr durch. Dort blieben laut Bahn rund 85 Prozent der Regionalzüge stehen.
 

15:00:
Deutschlands größter Autovermieter "Sixt" sieht sich nach einem Umsatz- und Gewinnschub in den ersten neun Monaten auf Rekordkurs. Derzeit profitiert Sixt vom Lokführer-Streik bei der Deutschen Bahn. "An den Bahnhöfen sind wir zu 100 Prozent ausgelastet", sagte Konzernchef Erich Sixt am in München. "Es war sogar erkennbar, dass wir die Nachfrage nicht vollständig befriedigen konnten." Das Unternehmen strebt ungeachtet dessen weiterhin eine Preiserhöhung um zwei bis drei Prozent an.

14:45:
Der Bahn-Aufsichtsrat hat sich offen für das neue Kompromissmodell zur Teilprivatisierung des Konzerns gezeigt. Zugleich bestand er in seiner Sitzung am Donnerstag in Berlin nach Angaben seines stellvertretenden Vorsitzenden Norbert Hansen darauf, dass der Bund alleiniger Inhaber der Infrastruktur und Mehrheitseigner der Transportgesellschäft bleiben solle.

13:00:
Der Bahn-Streik und das Winterwetter haben im Berufsverkehr zu stundenlangen Staus auf Autobahnen und Landstraßen geführt. Besonders betroffen waren die Strecken zwischen Köln, Düsseldorf und Dortmund, die Autobahn 9 bei Holledau (Bayern) mit einem Stau von rund 20 Kilometern Länge, sowie die Autobahn 7 zwischen Flensburg und Hamburg (18 Kilometer), wie der ADAC berichtete.

12:30:
An dem bundesweiten Streik haben sich am Donnerstagmorgen nach Angaben der Lokführergewerkschaft GDL bundesweit 3070 Lokführer beteiligt.

10:40:
Nach Angaben der Bahn sei das erwartete Chaos bisher ausgeblieben. Im Güterverkehr werde die Lage jedoch immer kritischer. Im Fernverkehr fahren den Angaben zufolge rund zwei Drittel der Züge, vor allem ICE. Bei den Regionalbahnen verkehren in Westdeutschland etwa 50 Prozent, im Osten, wo die GDL besonders gut organisiert ist, allerdings nur 15 Prozent der Züge.

In den den großen Bahnhöfen waren deutlich weniger Reisende unterwegs als üblich. Offensichtlich reagierten die Kunden besonnen und wichen erneut rechtzeitig auf andere Verkehrsmittel aus.

Bundesweit stark betroffen sind vor allem die S-Bahnen. Eine Übersicht der aktuellen S-Bahn-Fahrtzyklen:

Berlin: Verkehr stabilisiert sich, auf Innenstadt-Linien fahren Bahnen alle 20 Minuten, in den Außenbezirken alle 40 Minuten
Dresden und Großraum Halle/Leipzig: Nur einzelne, unregelmäßige Züge
Rostock: Bahnen zumeist durch Busse ersetzt
Hamburg: S-Bahn bietet rund 40 Prozent ihrer normalen Leistung
Frankfurt/Main und Stuttgart: Rund ein Drittel der Kapazitäten fährt
München: Bahn zwischen Pasing und Flughafen fährt im 20-Minuten-Takt
Nordrhein-Westfalen: Bahnen verkheren im Stundentakt

Im gesamten Bundesgebiet hat die Bahn fast 500 Busse als Ersatz und rund 1.000 Servicemitarbeiter zusätzlich im Einsatz.

9:35 Uhr:
Der GDL-Bezirksvorsitzende Hans-Joachim Kernchen hat mit einem unbefristeten Streik schon Anfang nächster Woche gedroht. Falls die Bahn kein neues Angebot vorlege, könne bereits von Dienstag an mit einem unbefristeten Streik gerechnet werden, sagte der Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) für Berlin, Brandenburg und Sachsen. "Bis Montagabend ist die Schmerzgrenze erreicht." Er forderte den Bund als Eigner der Deutschen Bahn zum Eingreifen auf: Ein Handeln seitens des Bundes sei "vielleicht der entscheidende Schritt, um die Kuh vom Eis zu kriegen."

Von der Forderung eines eigenständigen Tarifvertrags werde die GDL nicht abweichen, sagte Kernchen. "Wir kämpfen bis zum bitteren Ende." Auf keinen Fall werde die Gewerkschaft "auf halben Wege einknicken".


8:52 Uhr: Im Hamburger Hafen hat der Streik der Lokführer massive Behinderungen verursacht. "Die Lage hat sich zugespitzt", sagte Christiane Kuhrt, die Sprecherin der Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA), am Donnerstag. Etwa die Hälfte aller Züge sei ausgefallen und der Abtransport von Gütern aus dem Hafen erheblich beeinträchtigt. Im Hafen verkehren täglich rund 200 Güterzüge. Etwa ein Viertel davon gehört privaten Konkurrenten der Bahn-Frachttochter Railion. Sie sind nicht von dem Streik betroffen. Ihr Angebot reiche aber nicht aus, sagte Kuhrt: "Langsam wird es eng." Die Lokführer der GDL hatten am Mittwochmittag die Arbeit niedergelegt. Sie wollen bis Samstagmorgen streiken.


8:33 Uhr: Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihren Streik im Güterverkehr der Deutschen Bahn in der Nacht bundesweit auf den Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr ausgeweitet. Dadurch sei es auch in Berlin und Brandenburg zu starken Beeinträchtigungen im Zugverkehr gekommen, sagte ein Bahnsprecher. Im Regionalverkehr verkehrten die Züge "relativ stabil" nach einem Ersatzfahrplan. Insgesamt würden in der Region aber bis zu 90 Prozent der Verbindungen ausfallen.

Im Fernverkehr führen etwa zwei Drittel der Züge. Die Berliner S-Bahn verkehre alle 20 bis 40 Minuten, sagte der Sprecher. Dies betreffe sowohl den Innenstadtbereich als auch die Außenstrecken nach Brandenburg. Die S45 und S85 seien eingestellt worden. Die Lage auf den Bahnhöfen ist dem Bahnsprecher zufolge relativ ruhig.

Der Arbeitskampf soll bis Samstag, 2 Uhr, andauern. Bereits seit Mittwochmittag sind die Lokführer im Güterverkehr im Ausstand. Es ist der bislang längste Streik bei der Deutschen Bahn. Erstmals wird zeitgleich in allen Verkehrsbereichen gestreikt. Die GDL fordert vor allem einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer. Dies lehnt der Bahnvorstand bislang ab.

Der GDL-Bezirksvorsitzende Hans-Joachim Kernchen drohte mit einem unbefristeten Ausstand, falls die Bahn im Tarifstreit kein neues Angebot vorlegt. "Wenn die Einsicht in die Notwendigkeit auch nach diesen 62 Stunden noch nicht greift, dann ist das letzte Mittel der unbefristete Streik. Und dann kann das bis Weihnachten dauern", sagte Kernchen im RBB-Inforadio. Ein neues Schlichtungsverfahren hält der Gewerkschaftschef nicht für sinnvoll. Der Streik ist der neunte in der seit Monaten andauernden Tarifauseinandersetzung. (mit ddp/dpa)

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