Wirtschaft : Bahnwerk in Opladen wird definitiv geschlossen Beschäftigte brechen ihren 15-tägigen Hungerstreik ab

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Berlin (vis/dpa). Mit Wut und Verzweiflung haben die Beschäftigten in Opladen auf die Nachricht reagiert, dass die Bahn ihr dortiges Ausbesserungswerk zum Jahresende definitiv schließen will. Ein kurzfristig anberaumtes Spitzengespräch der Bahn mit Vertretern der Regierung und der Gewerkschaft war am Freitagmorgen mit dem Ergebnis zu Ende gegangen, dass es keine Möglichkeit für den Erhalt des Standortes gibt. Die mehr als 20 Mitarbeiter, die sich aus Protest gegen die Schließung seit 15 Tagen im Hungerstreik befanden, brachen am Nachmittag ihre Aktion ab.

Bereits im Jahr 2001 hatte der Kampf der BahnBeschäftigten um ihr Werk im Leverkusener Stadtteil Opladen begonnen. Damals hatte die Deutsche Bahn im Rahmen eines Sanierungskonzepts für all ihrer Ausbesserungswerke beschlossen, dass das Werk in Opladen zu den acht von insgesamt 18 Werken gehört, die verkauft oder geschlossen werden sollen. Alle Verhandlungen mit möglichen Käufern waren jedoch nach Angaben der Bahn gescheitert. Auf ein vom Betriebsrat vorgelegtes Privatisierungskonzept wollte die Bahn nicht eingehen. Die Vorbedingung, dem künftigen Investor eine Auftragsgarantie in Höhe von zwei Prozent des Instandhaltungsvolumens der Bahn zu geben, nannte das Unternehmen unerfüllbar.

Sowohl das Land Nordrhein-Westfalen als auch die Stadt Leverkusen wollten sich mit Bürgschaften für den Erhalt des Werkes einsetzen. Am Freitag kamen noch einmal Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe, Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, der Vorsitzende der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, und Vertreter der Landesregierung Nordrhein-Westfalens mit Bahnchef Hartmut Mehdorn zusammen. Ergebnis des Gesprächs: „Es gibt keine Alternativen zum Vorstandsbeschluss über die Schließung des Bahnwerkes Opladen“, teilte das Verkehrsministerium mit. Transnet-Chef Hansen rief die Belegschaft auf, den Streik abzubrechen. „Wir können zwar die Entscheidungsgründe für die Schließung des Werks nicht akzeptieren, sehen aber das Ende der Fahnenstange auf dem Verhandlungs- und Aktionswege erreicht“, sagte Hansen.

„Die Resignation ist hier natürlich riesengroß nach 15 Tagen Hungerstreik“, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Jürgen Pommer in Opladen.

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