Wirtschaft : Bald Einstieg ins Musikgeschäft - Umbenennung in Senator Entertainment AG geplant

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Der Berliner Filmproduzent und -verleiher Senator Film AG will sich als weltweit agierendes Medienunternehmen profilieren. Vorstandschef Hanno Huth kündigte am Montag abend in Berlin an, Senator plane im laufenden Jahr weitere Beteiligungen und Übernahmen im In- und Ausland. Das kräftige Wachstum der Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr veranlasst das am Neuen Markt notierte Unternehmen, die Umsatz- und Gewinnprognosen nach oben zu korrigieren. "Neben einer Steigerung der internationalen Produktionen und Koproduktionen planen wir eine Ausweitung unserer Aktivitäten in den Märkten Musik und Neue Medien", sagte Huth. Der seit dem 1. März 2000 für den neuen Geschäftsberich verantwortliche Vorstand Borris Brandt sagte, Senator werde die im Konzern vorhandenen Musikrechte bündeln und darüber hinaus ein eigenes Label gründen. "Wir werden eigene Künstler aufbauen und vermarkten und in Kooperation mit einem Großen der Branche Kontakte zu internationalen Künstlern knüpfen", kündigte Brandt, der zuvor Programmchef bei Pro Sieben war, an. Ins Internet werde Senator zusammen mit Partnern expandieren, "die vernünftig zu unserem Geschäft passen und mittelfristig Geld bringen". Ziel des Musik- und Internet-Geschäftes sei die Schaffung eigener Inhalte, die über alle Medien verwertet werden könnten. Um dem erweiterten Geschäftsfeld gerecht zu werden, soll Senator Film künftig unter dem Namen Senator Entertainment AG firmieren. Die Umbenennung muss von der Hauptversammlung noch abgesegnet werden.

In Deutschland will Senator nach den Worten Huths zum "kreativen Zentrum des deutschen Films" werden. Als Übernahme- kandidaten böten sich hierzulande "noch zwei oder drei junge Produktionsfirmen" an. Auch im Ausland sehe sich Senator zurzeit um: "Wir haben noch einige interessante Schritte vor." In Kürze werde das Filmhaus eine Kooperation mit einem US-Filmunternehmen präsentieren. Sollte in Zukunft ein größeres Engagement in den USA anstehen, werde auch über eine Kapitalerhöhung nachgedacht.

1999 erhöhte Senator den Gewinn von 2,08 Millionen auf 10,75 Millionen Mark. Für dieses Jahr stellte Finanzvorstand Hermann Lutter einen Überschuss von 21 Millionen Mark in Aussicht, statt der bisher geplanten 15,9 Millionen Mark. Im kommenden Jahr soll der Gewinn auf 48,4 Millionen Mark steigen. Auch die Umsatzpläne wurden angehoben, statt der bisher für 2001 erwarteten 244 Millionen Mark gehe Senator jetzt von einem Umsatz von 385 Millionen Mark aus. In diesem Jahr wird ein Umsatzwachstum von 65 Prozent auf 203 Millionen Mark angestrebt. 1999 erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 43,6 auf 122,7 Millionen Mark. Zu dem geplanten Aktiensplit sagte Huth, das mögliche Verhältnis stehe noch nicht fest.

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