Wirtschaft : Ballmer: Windows Vista war mein größter Fehler

Redmond/Berlin - Microsoft-Chef Steve Ballmer hat rund zweieinhalb Monate über seinen Rückzug nachgedacht. Endgültig sei die Entscheidung zwei Tage vor der Ankündigung am vergangenen Freitag gefallen, sagte Ballmer in einem Interview des Online-Dienstes „ZDNet“. Er habe noch keine konkreten Pläne für die Zukunft. Auf die Frage, was er in seiner Zeit an der Microsoft-Spitze seit 2000 am meisten bedauere, nannte Ballmer im „ZDNet“-Interview das unpopuläre Betriebssystem Windows Vista. Es war 2007 als Nachfolger des überaus erfolgreichen Windows XP auf den Markt gekommen und verärgerte viele Nutzer mit einer Änderung der Bedienung und einer komplizierten Sicherheitsfunktion.

Ballmer hatte am Freitag angekündigt, er werde innerhalb der kommenden zwölf Monate den Chefposten aufgeben, nachdem ein Nachfolger gefunden worden sei. Microsoft bildete für die Suche nach einem neuen Chef einen Sonderausschuss des Verwaltungsrates unter anderem mit Firmengründer Bill Gates. Es sollen interne wie externe Kandidaten berücksichtigt werden, ein auf Führungskräfte spezialisierter Personaldienstleister wurde eingeschaltet. Branchenexperten und Journalisten spekulieren unterdessen über Kandidaten für den Chefposten beim weltgrößten Software-Konzern. Genannt wurden unter anderen Sheryl Sandberg, die beim Online-Netzwerk Facebook das operative Geschäft verantwortet, der Chef der Online-Videothek Netflix, Reed Hastings, sowie der frühere Apple-Manager Scott Forstall, der bis zu seinem Abgang für das iPhone-Betriebssystem iOS zuständig war. Als ein interner Anwärter gilt Tony Bates, der mit dem Kauf des Internet-Telefoniedienstes Skype zu Microsoft gekommen war. dpa

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