Wirtschaft : Bank haftet für Beratungsfehler

Zu Aktienspekulation verleitet: Bank muß zahlen KARLSRUHE (AFP).Wenn Banken einen unerfahren Kunden zu riskantenSpekulationsgeschäften verleiten, sind sie nach einer Entscheidung desBundesgerichtshofes (BGH) "regelmäßig zum Ersatz des Schadensverpflichtet".Das gilt laut einem am Montag in Karlsruhe veröffentlichtenUrteil unter anderem dann, wenn die Bank gegenüber dem Kunden über einenwesentlichen Wissensvorsprung verfügt, und wenn ein besonderesAufklärungs- und Schutzbedürfnis des Kunden besteht.Damit wurde dieBayerische Hypo- und Wechselbank verurteilt, den Schaden aus einemkreditfinanzierten Aktiengeschäft eines ihrer Kunden zu zwei Drittelnselbst zu tragen. In dem Fall wollte ein Schmuckhändler bei der Bank Ersparnisse inHöhe von 80000 DM in Aktien anlegen.Ein Bankmitarbeiter beschwatzte denMann jedoch, einen Kredit über eine Mill.DM zu einem variablen Zinssatzaufzunehmen, um beim Aktienkauf "hoch einzusteigen und richtig Geld zuverdienen".Wegen dann fallender Aktienkurse und steigender Kreditzinsenmußte der Kunde immer mehr Aktien verkaufen und stand zuletzt vor einemSchuldenberg von über 620000 DM.Nachdem die Bank das Haus des Kundenzwangsversteigern lassen wollte, zog der Mann vor Gericht und erzielte ineinem fast sechsjährigen Rechtsstreit jetzt einen Teilerfolg.DerBankmitarbeiter habe gegenüber dem Kunden die Risiken eineskreditfinanzierten Aktienkaufes als theoretisch heruntergespielt anstattdarüber realistisch aufzuklären, so der BGH.

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