Wirtschaft : Bank von England: Leitzins auf 5,50 Prozent gesenkt

Die Bank von England hat am Donnerstag den britischen Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 5,50 Prozent gesenkt. Sie begründete dies mit der verschlechterten globalen Konjunkturlage, den Einbrüchen an den Aktienbörsen und der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien. All diese Faktoren könnten das Verbrauchervertrauen negativ beeinflusst haben, obwohl sich eine Konjunkturabschwächung in Großbritannien bisher nicht feststellen lasse. In der Londoner City war der Zinsschritt erwartet worden. Die britische Industrie zeigte sich erfreut über die Entscheidung. "Dies wird uns helfen, das Vertrauen in der Wirtschaft wieder zu stärken", sagte Ian Fletcher, Chefökonom der Industrie- und Handelskammern. Der Euro profitierte von der Leitzinssenkung nur vorübergehend. Händlern zufolge hat der Schritt der britischen Notenbank aber die Spekulation über eine Senkung der Leitzinsen im Euro-Raum bereits am 11. April angeregt. Zur New Yorker Eröffnung am Nachmittag rutschte die Gemeinschaftswährung wieder deutlich unter die psychologisch wichtige Marke von 0,90 Dollar ab. Wie das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften, Eurostat, unterdessen in Luxemburg mitteilte, hat das Wirtschaftswachstum im Euroraum im vergangenen Jahr deutlich an Fahrt gewonnen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 3,4 Prozent und in der EU um 3,3 Prozent, nachdem es im Vorjahr jeweils noch 2,5 Prozent betragen hatte. Trotz der für dieses Jahr auch im Euroraum zu erwartenden Konjunkturabschwächung schliesst Bundesfinanzminister Hans Eichel staatliche Konjunkturprogramme für die nächsten Jahre aus. Dafür sei kein finanzieller Spielraum vorhanden, schrieb der Minister in einem Beitrag für die "FAZ". Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute legen ihr Frühjahrsgutachten am Dienstag vor.

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