Wirtschaft : Bank von England versteigert Gold

LONDON/DURBAN . Die Bank von England hat am Dienstag mit der Versteigerung einer ersten Tranche von 25 Tonnen Gold aus den britischen Goldreserven begonnen. Dies löste beim Großproduzenten Südafrika Besorgnis wegen des Drucks auf die Preise aus. Die britische Notenbank teilte mit, die Goldbarren seien zum Marktpreis von 261,20 Dollar pro Unze aufgekauft worden. Die Nachfrage habe das Angebotsvolumen um das Fünffache überstiegen.Der südafrikanische Finanzminister Trevor Manuel warnte in Durban, unkontrollierte Goldverkäufe brächten die Goldmärkte in Unordnung und zerstörten die Preise. Dies schade den Entwicklungsländern, zu deren Nutzen zum Beispiel der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Teil seines Goldes verkaufen will. Viele Arbeitsplätze und Exporteinnahmen der Entwicklungsländer hingen am Gold. In Südafrika sollen wegen der Goldverkäufe Großbritanniens, anderer Staaten und des IWF 8 000 Arbeitsplätze im Goldbergbau gefährdet sein. Auch der Weltgoldrat, der die Goldförderindustrie vertritt, hatte eindringlich vor dem Verkauf gewarnt. Nach seiner Ansicht hat die britische Entscheidung den Verfall des Goldpreises beschleunigt. Der britische Schatzkanzler Gordon Brown hatte im Mai den Verkauf der Hälfte der britischen Goldreserven angekündigt. Mit dem Erlös sollen die britischen Währungsreserven (zum Beispiel in Euro und Dollar) gestärkt werden. In den nächsten Monaten sollen auf fünf Auktionen zunächst 125 der 715 Tonnen Gold versteigert werden. Bis 2001 sollen die Goldreserven auf 300 Tonnen verringert werden, was den Verkauf von 415 Tonnen Gold bedeutet.Das Gold muß innerhalb von zwei Tagen nach der Auktion bezahlt sein und soll nach Möglichkeit auf Goldkonten bei der Bank von England verbucht werden. Zu den Käufern dürften in erster Linie Investmentbanken und möglicherweise auch die Zentralbanken anderer Länder zählen.

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