Wirtschaft : Bankangestellte: 2,8 Prozent mehr Gehalt

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Die rund 470 000 Angestellten der privaten Banken, der Bausparkassen, der Landesbanken, der Girozentralen, der Volks- und Raiffeisenbanken und der nicht von Kommunen getragenen Sparkassen müssen zwischen 17. Dezember 2001 und 28. Februar 2002 mit erheblich mehr Arbeit rechnen. Der in der Nacht auf Dienstag für diesen Zeitraum vereinbarte Euro-Tarifvertrag für die Einführung des Euro-Bargeldes sieht wöchentliche Arbeitszeiten von bis zu 60 Stunden vor. Im Bedarfsfall müssen die Beschäftigten auch an Sonnabenden sowie Sonn- und Feiertagen ran. Ihre Bezüge werden generell um 2,8 Prozent erhöht, dazu gibt es für April eine Einmalzahlung von 280 Mark. Der Tarifvertrag läuft 13 Monate.

"Wir sind damit an die Grenze des Vertretbaren gegangen", sagte Deutsche Bank-Vorstandsmitglied Tessen von Heydebreck, der für die Banken die Verhandlungen führte. Angesichts der deutlich gesunkenen Wachstumsprognosen und der "nicht gerade berauschenden" Quartalsergebnisse der Banken sei der Spielraum gering gewesen. Hinrich Feddersen, Verhandlungsführer der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi räumte ein, dass der Abschluss kein Traumergebnis sei, das Gesamtpaket könne sich aber sehr wohl sehen lassen. Das gesamte Volumen bezifferte Feddersen mit "gut drei Prozent". Ursprünglich hatte die Gewerkschaft 5,5 Prozent gefordert. Die Arbeitgeber hatten für 14 Monaten 2,2 Prozent angeboten.

Nach Angaben von Heydebreck können die Banken dann Sonn- oder Feiertagsarbeit ansetzen, wenn es logistische Probleme mit der Bargeldversorgung gibt, wenn die Kunden auf die Ausgabe von Euros auch an den Wochenenden drängen oder wenn etwa die Sparkassen Sonntags öffnen. Die Höchstarbeietszeit pro Tag soll bei zehn Stunden liegen. Grundsätzlich erhalten die 470 000 Banker bei Mehrarbeit - die Regelarbeitszeit pro Woche liegt bei 39 Stunden - bis zur 48. Stunde 25 Prozent des Stundenlohns zusätzlich, ab der 49. Stunde 50 Prozent und ab der 54. Stunde 75 Prozent.

Insgesamt stellen sich die Bankangestellten damit bei der Euro-Bargeldeinführung besser als die Beschäftigten der Sparkassen. Dort sind täglich bis zu 12 Stunden und wöchentlich bis zu 70 Stunden Arbeit möglich.

Als Durchbruch bezeichnete von Heydebreck die Vereinbarung über Langzeitkonten. Bis zu 175 Stunden können die Angestellten jedes Jahr auf diesen Konten gutschreiben. Diese Guthaben können dann für eine "längere Auszeit" oder für den früheren Ruhestand genutzt werden. Die Gutschrift von Resturlaubstagen hingegen wurde von Verdi abgelehnt.

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