Wirtschaft : Bankchef Ackermann will sich vor Gericht erklären Am Mittwoch beginnt der Mannesmann-Prozess

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(dpa). Die „Väter“ des MannesmannStrafverfahrens sehen ihr Ziel bereits vor dem Beginn des Prozesses erreicht. Das Thema Abfindungen werde jetzt erneut diskutiert und verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt, sagte der Wirtschaftsrechtler Martin Sorg. Er hatte gemeinsam mit Professor Mark Binz im Februar 2000 Strafanzeige gestellt und damit die Ermittlungen ausgelöst. Der Anwalt des Hauptangeklagten Josef Ackermann, Klaus Volk, kündigte zum Auftakt des am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landgericht beginnenden Prozesses eine Erklärung seines Mandanten an.

In dem Prozess muss das Gericht klären, ob Ackermann, heute Chef der Deutschen Bank, als Ex-Aufsichtsrat dem Mannesmann-Kontrollgremium bei den umstrittenen Abfindungszahlungen durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone die Unwahrheit gesagt habe, sagte der Wirtschaftsprüfer. Der Banker und andere Aufsichtsräte hatten die Prämien genehmigt und sollen dadurch das Aktionärsvermögen geschädigt haben. Neben Ackermann müssen sich unter anderem der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser und der ehemalige IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel wegen Untreue oder Beihilfe verantworten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Angeklagten auch verurteilt werden, liege bei über 50 Prozent, meinte Sorg. Erhebliche Zweifel an der Kompetenz der Anklagebehörde äußerte Ackermanns Anwalt Volk. „Ich denke, die Staatsanwaltschaft wird im Prozess noch einiges lernen, was die nationalen und internationalen Gepflogenheiten von Bonuszahlungen angeht“, sagte Volk dem „Focus“.

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