Wirtschaft : Banken beraten schlecht

Stiftung Warentest: Kreditvergabe „katastrophal“.

Frankfurt am Main/Berlin - Eigentlich sollte alles besser werden. In der Krise entdeckten viele Banken den Kunden neu, der Gesetzgeber verordnete mehr Transparenz, die Finanzbranche versprach, dem Kasinokapitalismus abzuschwören. Doch das aktuelle Urteil der Stiftung Warentest zur Beratungsqualität deutscher Geldinstitute fällt verheerend aus: „Filialbanken behindern Kunden beim Kreditvergleich und schädigen sie mit falschen Schufa-Einträgen.“ Allein Direktbanken schneiden besser ab – Institute also, bei denen der Kunde in der Regel gar keinen Kontakt mit einem Berater hat, sondern Bankgeschäfte und Kreditanträge übers Internet abwickelt. „Eine Katastrophe“ nennt „Finanztest“-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen das Ergebnis der Untersuchung.

Die Testkunden hätten bei den meisten Beratungsgesprächen nicht die EU-Standardinfo mit den wichtigsten Angaben wie Kreditbetrag, Monatsraten und effektivem Jahreszins erhalten. Dies sei aber gesetzlich vorgeschrieben. Ohne diese Angaben sei ein Vergleich verschiedener Angebote unmöglich, kritisiert Tenhagen. Er empfahl den Kunden, sich auf Beratungsgespräche besonders gut vorzubereiten und die Auskünfte sorgfältig zu überprüfen. Die Warentester schickten nach eigenen Angaben Testpersonen zu 17 Filial- und Direktbanken, die 85 Kreditangebote in Höhe von 4000 Euro einholten. Alle Testpersonen hatten eine ausreichend hohe Bonität. Zehn von zwölf getesteten Filialbanken bekamen für ihre Beratung die Note „mangelhaft“, die beiden anderen „ausreichend“. dpa

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