Wirtschaft : Banken bleiben bei Dispozinsen Institute versprechen aber bessere Beratung

Berlin - Die Dispozinsen bleiben, wo sie sind – bei durchschnittlich elf Prozent. Daran ändert auch ein Spitzengespräch von Branchenvertretern und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) nichts. Angesichts massiver Kritik an hohen Zinsen fürs Konto-Überziehen wollen Banken und Sparkassen stattdessen Kunden, die lange im Minus sind, stärker auf günstigere Alternativen hinweisen.

Aigner sagte, die Banken hätten endlich erkannt, dass sie Erleichterungen schaffen müssten. Die Institute hätten zugesagt, das Gespräch mit Betroffenen zu suchen und ihnen eine Umschuldung in einen Ratenkredit oder individuelle Tilgungsvereinbarungen anzubieten. Die Ministerin forderte die Branche zudem auf, auch im Internet alle Kosten auf einen Blick transparent zu machen. Die Banken könnten das Vertrauen der Verbraucher nur zurückgewinnen, wenn sie fair und transparent sind. „Hier gibt es für die Branche noch viel zu tun.“

Die Banken stehen in der Kritik, historisch günstige Konditionen bei der eigenen Geldbeschaffung nicht an die Kunden weiterzugeben. Nach Angaben der Stiftung Warentest wurden zuletzt durchschnittlich rund elf Prozent Zinsen für das Überziehen des Girokontos berechnet, teils lagen die Sätze bei mehr als 14 Prozent. Dagegen hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins, zu dem sich Banken Geld beschaffen können, auf das historische Tief von 0,75 Prozent gesenkt. Die Deutsche Kreditwirtschaft als Dachorganisation der Branche betonte, die Differenz sei nicht mit der Gewinnmarge der Institute gleichzusetzen. Der Aufwand, flexible Dispokredite bereitzustellen, sei höher als bei Ratenkrediten.

Die SPD im Bundestag und die Verbraucherzentralen fordern eine gesetzliche Regelung. Verbraucherministerin Aigner hingegen lehnt ein Eingreifen durch den Gesetzgeber weiter ab. dpa

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