Wirtschaft : Banken geben Kartstadt-Quelle weiter Kredit

Die Finanzierung des Sanierungsplans hängt jetzt nur noch von den Aktionären ab

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Berlin/Essen Der Handelskonzern Karstadt-Quelle hat sich am Mittwoch mit seinen Gläubigerbanken über eine langfristige Finanzierung geeinigt. „Ich gehe davon aus, dass einer Unterschrift nichts mehr im Wege steht“, sagte KarstadtQuelle-Sprecher Jörg Howe. Jetzt seien nur noch Formalien zu regeln.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Norddeutsche Landesbank (Nord LB) haben nun als Letzte der insgesamt 16 Gläubigerbanken einer Verlängerung der Kredite über 1,75 Milliarden Euro zugestimmt. Bislang ist von den Banken nur die Finanzierung bis zum Jahresende gewährleistet. „Wir sind bereit, unseren Teil zu leisten“, hieß es am Mittwoch bei der Nord LB. Beide Landesbanken, die mit je 25 Millionen Euro bei Karstadt-Quelle engagiert sind, sollen sich bei der Finanzierung bis zuletzt quer gestellt haben. So habe die Nord LB versucht durchzusetzen, dass ihre Kredite bevorzugt bedient werden.

Die Einigung der Banken ist entscheidend für die Zukunft von Karstadt-Quelle: Sie ist eine wichtige Finanzierungssäule zur Sanierung des Konzerns. Ebenso wichtig ist die geplante Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro, über die die Aktionäre am kommenden Montag entscheiden werden. Des Weiteren verhandelt Karstadt-Quelle mit mehreren Geldgebern über eine zusätzliche Finanzierung in Höhe von rund 500 Millionen Euro. Gespräche würden derzeit mit dem britischen Geldhaus Barclays und der US-Investmentbank Goldman Sachs geführt, hieß es aus Bankenkreisen. Sollte der Karstadt-Quelle-Vorstand die zusätzlichen Mittel erhalten, müssten Randaktivitäten wie die Logistiksparte und die Fachgeschäfte Sinn-Leffers oder Wehmeyer nicht unter Druck verkauft werden. Der Verkauf von 300 Fachgeschäften und 77 kleineren Filialen ist ebenso Teil des Sanierungskonzepts wie der Abbau von 5500 Stellen. dpa/dro

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