Wirtschaft : Banken gegen mehr Verbraucherschutz Der Dispokredit ist in Gefahr

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Berlin (Tsp). Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat vor übertriebenem Verbraucherschutz insbesondere auf europäischer Ebene gewarnt. Anlässlich der Vorstellung des verbraucherpolitischen Gesamtkonzepts der privaten Banken warnte Stephan Steuer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Chefsyndikus des BdB: „Verbraucher müssen weder auf nationaler Ebene noch auf europäischer Ebene vor sich selbst geschützt werden.“

Ärgste Befürchtungen hat der Verband, wenn die Verbraucherkreditrichtlinie der EUKommission in der jetzt diskutierten Form Rechtskraft erlangen könnte. Der Entwurf sei in weiten Teilen praxisfremd und unausgewogen. Er sehe beispielsweise vor, dass die Bank die Rückzahlungsmöglichkeiten des Kunden regelmäßig überprüft und der Kreditnehmer innerhalb von 14 Tagen vom Kreditvertrag zurücktreten kann. „Durch die vorgesehene Überregulierung in der EU-Verbraucherkreditrichtlinie wird der in Deutschland bei Kunden beliebte Überziehungskredit faktisch beerdigt“, sagte Steuer. Er räumte allerdings ein, dass der Entwurf noch in der politischen Diskussion sei.

Die Banken betrachteten den Verbraucher als mündige Person. Sie versuchten den Interessen der Kunden gerecht zu werden, indem sie schon vor Vertragsabschluss umfangreich informierten, und indem die Verträge transparenter würden. Außerdem hätten die Verbraucher jetzt einen Ombudsmann an ihrer Seite, der im Zweifel ihre Interessen vertrete.

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