Wirtschaft : Banken kämpfen mit den Kosten

Warum Bernd Fahrholz schweigt, sagt er nicht. Doch die Begründung für die Zurückhaltung des Dresdner Bank-Chefs liegt auf der Hand. Die Bankgeschäfte laufen weiter mau. Das erste Quartal hat schon wieder keinen Glanz in die Frankfurter Bankpaläste gebracht, auch beim Ableger der Allianz nicht. Bei den Dresdner-Beschäftigten geht die Angst um, dass mit den schlechten Geschäften die Einschnitte noch tiefer werden als sie ohnehin schon sind.

Längst stehen die einst hoch gelobten, heiß umworbenen und üppig entlohnten Investmentbanker auf der Abschussliste. Kein Wunder: Sie haben immer noch wenig zu tun. Es gibt keine Börsengänge. Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen stockt. Auch in anderen Kapitalmarkt-Bereichen herrscht Tristesse. Teure aber beschäftigungslose Experten können sich die Banken längst nicht mehr leisten. Die Kosten der deutschen Geldhäuser sind ohnehin viel zu hoch. Auch im Privatkundengeschäft dümpelt die Nachfrage. Kirch, Holzmann, Mühl, Herlitz und Zehntausende von weiteren Pleiten werden die Banken nachhaltig belasten. Nur eine Strategie bringt derzeit zählbaren Erfolg: Kostensenkung.

Fragt sich nur, wann die Topmanager auch mal ganz oben ansetzen. 17,6 Millionen Euro hat etwa der Vorstand der Dresdner Bank im vergangenen Jahr erhalten. Im Schnitt gut zwei Millionen Euro pro Kopf. Nicht wenige der 7 800 Mitarbeiter, die bis Ende 2003 gehen müssen, werden sich fragen, ob auch das noch seine Berechtigung hat. Solche Fragen stellt man sich nicht nur bei der Dresdner Bank.

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