Wirtschaft : Banken lehnen Rettungspaket für Holzmann ab

jkn/HB

Die erneute Schieflage der Philipp Holzmann AG ist dramatischer als von vielen Gläubigerbanken des Bauunternehmens erwartet. Ohne Hilfspaket würde der vor gut zwei Jahren von Bundeskanzler Gerhard Schröder in einer spektakulären Aktion gerettete Konzern spätestens Ende dieses Jahres in eine Liquiditätskrise geraten. Das geht aus Unterlagen hervor, die den Banken am vergangenen Freitag präsentiert wurde.

Wie aus Bankkreisen zu hören ist, musste das Holzmann-Management seinen zuweilen geschockten Kreditgebern gleich mehrere Hiobsbotschaften mitteilen. So rechnet die Holzmann-Führung für 2001 mit Verlusten in Höhe von 237 Millionen Euro. Im Vorfeld des Treffens waren noch 199 Millionen Euro kolportiert worden. Ursache sind zum einen fehlgeschlagene Verkäufe von Immobilien, zum anderen die schlechte Baukonjunktur. Die Verluste würden bei der jetzigen Prognose das Eigenkapital des Konzerns dramatisch übersteigen, das Ende 2000 bei 126 Millionen Euro lag. "Ohne Hilfsmaßnahmen würde es bei Holzmann spätestens Ende dieses Jahres eng werden", berichtete ein Bankmanager. Um dies zu vermeiden, haben die engsten und größten Kreditgeber, allen voran die Deutsche Bank, ein Hilfspaket geschnürt, mit dem sie für eine Geldspritze sorgen. Ihr Umfang ist nicht bekannt.

Das eigentliche Rettungskonzept der Deutschen Bank stößt dagegen bei einigen Instituten auf wenig Gegenliebe. Danach sollen die Banken alle Problemfälle von Holzmann - darunter vor allem die mit völlig überhöhten Mietgarantien verbundenen Immobilien - über eine eigenständige Gesellschaft übernehmen. Die gesamte Transaktion hätte ein Volumen von rund einer Milliarde Euro. Bei einem erneuten Treffen sollen die Banken jetzt die weiteren Schritte beschließen.

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