Wirtschaft : Banken sind gut gewappnet

Bafin-Chefin König sorgt sich um Versicherungen.

Neue Chefin. Elke König stellte zum ersten Mal den Bafin-Bericht vor. Foto: dapd Foto: dapd
Neue Chefin. Elke König stellte zum ersten Mal den Bafin-Bericht vor. Foto: dapdFoto: dapd

Bonn - Deutschlands Banken würden in der Euro-Schuldenkrise nach Einschätzung der Finanzaufsicht auch den Extremfall einer Griechenland-Pleite überstehen. Die Chefin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Elke König, erklärte am Dienstag, sie sei sich sicher, „dass die deutschen Kreditinstitute inzwischen auf alle möglichen Szenarien vorbereitet sind“. König, die erst im Januar die Nachfolge vom langjährigen Bafin-Chef Jochen Sanio angetreten hatte, legte am Dienstag den Jahresbericht der Aufsichtsbehörde vor.

Das Engagement der Geldhäuser in Griechenland etwa in Form von Staatsanleihen sei „begrenzt“, das Bankensystem insgesamt „vergleichsweise robust“. In der Finanzkrise 2007 bis 2009 hätten die Banken die Staaten in Anspruch genommen, jetzt ziehe die Staatsschuldenkrise die Banken in Mitleidenschaft. Vollständig abschotten von den Entwicklungen in der Euro-Zone könnten sich die Kreditinstitute aber trotzdem nicht, erklärte König. Für Banken wie für Versicherungen sei die Staatsschuldenkrise „kein Spaziergang“.

Den Versicherern machten insbesondere die niedrigen Zinsen in der Euro-Zone zu schaffen, welche die Europäische Zentralbank (EZB) senkte, um die Konjunktur am Laufen zu halten. „Besonders hart“ treffe es die Lebensversicherer, erklärte König. Im Geschäft mit neuen Versicherungsverträgen sei es für die Unternehmen schwieriger geworden, Kunden attraktive Zinsen zu bieten.

Lebensversicherungen legen das Geld ihrer Kunden an, um diesen über eine lange Laufzeit bestimmte Zinsen zu garantieren. Dabei dürfen die Unternehmen aber nur in sichere Geldanlagen investieren. Als in der Krise besonders sicher gelten etwa deutsche Staatspapiere. Deren Zinsen aber befinden sich momentan auf Tiefständen. Damit fällt es Lebensversicherern schwer, neue Kunden zu gewinnen, da diese bei neuen Verträgen Kunden nur vergleichsweise geringe Zinsen bieten können.

Das Geschäft mit Neuverträgen entwickle sich für die Lebensversicherer „seit geraumer Zeit problematisch“, erklärte Bafin-Chefin König. Ihre Geldanlagepolitik hätten die Dienstleister aber noch nicht geändert. „Auffällige Änderungen der bisherigen konservativen Anlagepolitik der deutschen Lebensversicherer hin zu risikoreicheren Kapitalanlagen beobachten wir jedenfalls bislang nicht“, erklärte die Finanzaufseherin.

Der Idee einer europäischen Bankenunion steht König nicht ablehnend gegenüber. Darüber könne man ja reden, sagt sie. Aber das sei doch bitte ein Thema, das mittelfristig angegangen werden solle. Jetzt gelte es aber, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu tun. Zunächst müsse die vereinbarte Fiskalunion umgesetzt werden, um die Haushalte der Staaten in Ordnung zu bringen.AFP/dpa

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