Wirtschaft : Banken wollen Schadenersatz von der BA

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Berlin – Die Deutschen Banken und Sparkassen wollen von der Bundesagentur für Arbeit für den Mehraufwand, der im Zusammenhang mit falschen Kontonummern entstanden ist, eine Entschädigung verlangen. Eine Sprecherin des Bankenverbandes bestätigte dem Tagesspiegel, dass eine solche Aufwandsentschädigung den Banken und Sparkassen von der Bundesagentur bereits schriftlich zugesagt worden sei. Weil die Nürnberger Bundesagentur falsche Kontonummern übermittelt hatte, mussten Banken und Sparkassen rund 1,8 Millionen Überweisungen am Neujahrswochenende zum Teil per Hand korrigieren.

Normalerweise gibt es bei Banken und Sparkassen einen festen Ablauf, wenn eine Überweisung eine falsche Kontonummer enthält: Der Auftrag wird nach Prüfung durch die elektronischen Systeme an dem Absender zurückgeschickt. Bei der Bundesagentur wären die falschen Überweisungen also erst am Montagmorgen wieder eingetroffen. Erst dann hätten die dortigen Mitarbeiter anfangen können, die Nummern zu korrigieren. Das Geld wäre erst Tage später auf den Konten der Berechtigten gutgeschrieben worden.

Die Bundesagentur war sich der politischen Brisanz bewusst, und bat die Banken in einer email, die dem Tagesspiegel vorliegt, am 30. Dezember gegen 11 Uhr um Hilfe. „Die Bundesagentur für Arbeit bittet die Kreditinstitute die Zahlungen dennoch gut zu schreiben und nicht zurück zu geben. Die BA erstattet, die den Kreditinstituten entstehenden Kosten“, heißt es in dem Schreiben wörtlich. Unklar ist noch die Höhe der den Banken entstandenen Aufwendungen. Branchenkenner sprechen von bis zu 1,8 Millionen Euro. Streit dürfte es auch darüber geben, wer für die Computerpanne verantwortlich ist, also zahlen muss. Die Bundesagentur hatte mit der elektronischen Bearbeitung der Überweisungen eine IT-Firma beauftragt. dr

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