Wirtschaft : Bankenaufsicht prüft Fonds in Frankfurt Korruptionsverdacht auch bei Immobilienfonds

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Frankfurt am Main – Der jüngste Immobilien und Bestechungsskandal, in den die Deutsche Bank und die Deka verwickelt sind, dehnt sich nach Angaben aus Frankfurter Justizkreisen in „völlig neue Bereiche“ aus, ist aber keineswegs nur eine Bankenaffäre. „Das ist eine ziemlich große Sache“, sagte ein mit dem Thema betrauter Experte am Montag dem Tagesspiegel. Mit der Nennung von Details halten sich die Staatsanwälte jedoch zurück. Mit bangen Blicken betrachten in Frankfurt auch Investment-Fonds-Gesellschaften den Skandal. Während die Geschäfte mit Immobilienfonds ohnehin nicht mehr so gut laufen, könnte das Vertrauen der Anleger weiter leiden, weil die Zahlung von Bestechungsgeldern indirekt auch sie trifft. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) prüft nun zumindest beim Sparkassenableger Deka-Immobilien, ob Anleger geschädigt wurden.

Die Deka steht neben der Deutschen Bank-Tochter DB-Real-Estate im Zentrum der Ermittlungen. Allerdings hat die Staatsanwaltschaft nicht nur Banker im Visier, wie eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft sagt. „Es geht um Projektentwickler, Architekten, Makler und um Geschäftsführer von Fondsgesellschaften.“ Rund 40 Personen sollen bislang in den Skandal verstrickt sein. Dabei sollen sechsstellige Zahlungen geflossen sein. Allein ein früherer Geschäftsführer von DB-Real-Estate soll im Zusammenhang mit dem Bau des International Banking Centers (IBC) an der Frankfurter Messe von einem Architekten mit einer halben Million Euro bedacht worden sein. Das 450 Millionen Euro teure Gebäude war von der Deutschen Bank errichtet und 2003 fertig gestellt worden. ro

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