Wirtschaft : Bankenfusion: Zusammenschluss der Genossen erspart jährlich 200 Millionen Mark

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Die geplante Fusion der beiden Genossenschafts-Zentralbanken DG Bank und GZ Bank soll möglichst noch rückwirkend zum 31. Dezember 2000 verwirklicht werden. "Der Zeitplan dafür ist zweifellos eng, aber wir müssen so schnell wie möglich vorankommen", sagte Christopher Pleister, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) am Donnerstag in Neu-Isenburg. "Dieser Durchbruch ist nicht mehr umkehrbar, die Fusion kommt. Das Eis ist gebrochen." Die möglichen Synergien liegen nach Angaben von Pleister bei mehr als 200 Millionen Mark pro Jahr. Wie viele der insgesamt 5200 Beschäftigten möglicherweise ihren Arbeitsplatz verlieren, sagte Pleister nicht. Mehr als ein 100 Stellen würden aber auf jeden Fall durch die Fusion getroffen.

Pleister macht vor allem einen "Sinneswandel" bei den Aktionären der beiden Banken - die genossenschaftlichen Verbände, die Volksbanken sowie die Zentralbanken selbst - für die Zustimmung zur jetzt geplanten und "überfälligen" Fusion verantwortlich. Ende letzten Jahres sei diese Einsicht gewachsen, offenbar auch nachdem bei der DG Bank ein Rückstellungsbedarf von rund einer Milliarde Mark entstanden war. Nach Angaben von Pleister wird sich die Düsseldorfer WGZ-Bank, die dritte unter den Zentralbanken, mittelfristig dem neuen Institut anschließen. Äußerungen von WGZ-Chef Werner Böhnke, der noch in der letzten Woche eine Dreierfusion strikt abgelehnt hatte, seien ausgeräumt. Insgesamt gebe es für den Zusammenschluss von DG und GZ Bank keine Hindernisse. "Wir hoffen, dass damit das Dauerthema Streit unter den Zentralinstituten endgültig der Vergangenheit angehört." In den nächsten Wochen werden Kommissionen aus beiden Häusern die Details der Fusion ausarbeiten. Wer die neue Bank führen wird, sei noch offen.

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