Wirtschaft : Bankenkrise in Japan verschärft sich

TOKIO (rtr/AFP).Spekulationen über einen Konkurs der Long-Term Credit Bank (LTCB) haben den Aktienkurs des japanischen Kreditinstituts am Montag um mehr als 20 Prozent einbrechen lassen.Die japanische Finanzaufsicht FSA erklärte jedoch, die LTCB könne nach wie vor ihre Einlagen zurückzahlen und sei deshalb nach geltendem Bankenrecht nicht bankrott.Zur Sanierung des angeschlagenen Instituts erwägt die Regierung nach eigenen Angaben nun auch einen Kapitalschnitt.Bemüht um eine Einigung mit der Opposition auf ein Sanierungskonzept für den gesamten Bankensektor, erklärte sich die Regierung zudem bereit, auf öffentliche Finanzspritzen zu verzichten.

So brachte die regierende Liberaldemokratische Partei (LPD) am Montag eine Gesetzesvorlage ein, wonach die Aktionäre der Banken und nicht der Staat für deren faule Kredite geradestehen sollen.Bevor Kreditinstituten öffentliche Gelder zufließen, sollen die Manager der Banken zudem zum Rücktritt gezwungen werden.Als weitere Schritte kündigte die Regierung in ihrem Kompromißplan an, Banken künftig dazu zu verpflichten, ihre unsicheren Kredite offener darzulegen.Zudem solle die Behörde für Finanzplanung aus dem Zuständigkeitsbereich des Finanzministeriums herausgenommen werden.

Mit ihrer Gesetzesvorlage ging die LDP auf zwei wichtige Forderungen der Opposition ein.Die Opposition hatte ein im Februar verabschiedetes Gesetz scharf kritisiert, wonach Japans Steuerzahler die krisengeschüttelten Banken des Landes mit 13 Billionen Yen (rund 170 Mrd.DM) unterstützen sollten.Ein weiterer Kompromißvorschlag der regierenden Partei sieht eine vorübergehende Verstaatlichung dieser Banken vor.Die Opposition wies die gesamte Vorlage als "willkürlich" und inakzeptabel zurück.Die LDP hatte argumentiert, wenn Japans wichtigste Banken nicht mit öffentlichen Geldern vor dem Zusammenbruch gerettet würden, drohe eine globale Finanzkrise.

In Sükorea hat sich die Regierung hingegen zu Hilfen für die Banken bereiterklärt.Mit einer Finanzspritze von 4,53 Billionen Won (rund 5,6 Mrd.DM) unterstützt Südkorea die Fusion der angeschlagenen Geldinstitute Hanil Bank und Handelsbank zu einem der größten Bankhäuser des Landes.Wie die südkoreanische Finanzaufsicht mitteilte, erhöht sich der Anteil des Staates an der fusionierten Bank damit zum Monatsende auf 94,76 Prozent.Ein Großteil des Geldes soll zur Kapitalerhöhung genutzt werden, der Rest soll Forderungen aus faulen Krediten ausgleichen.Die Führungsriege der Banken werde zurücktreten, wenn sie interne Reformen und Stellenstreichungen nicht durchsetzen könne.

Südkorea schloß im Zuge der Asienkrise bereits fünf kleinere Banken; erst in der vergangenen Woche gaben zudem die Kookmin Bank und die Langfrist-Kreditbank ihre Fusion bekannt.

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